Wie schnell es manchmal gehen mag
Die Fragen falsch zu stellen
Was hell ist, zu ergrellen
Bis blind wir alle sind
Die Namen sind gerufen
Sie fĂŒhlen sich berufen
Und geben ihren Rat

Wie schnell es manchmal gehen mag
Die Liebe wirft schon Schatten
Kalt, kÀlter wird der Atem
Wir bauen Kathedralen
Herrlich auszumalen
Kommen feierlich, zu beten
Geh‘n leise, schuldig, und betreten
Wir wohnen  nicht mehr hier.

Wie schnell es manchmal gehen mag
Sich völlig zu verlieren
In zweien, dreien, vieren
Bis einsam wir uns wiederfinden
Erinnern uns der Lieder
Doch die Herzen schweigen wieder
Hat wohl nicht sollen sein

Wie schnell es manchmal gehen mag
Sich Zukunft auszumalen
Mit Worten, Geist und Zahlen
Sich in Zukunft zu verlieren
Nur Vergangenheit zu spĂŒren
Hör die Gegenwart, sie spricht:

Halt ein, du Wanderer auf Zeit
Lass hinter dir der Zukunft Eitelkeit!
Hör, was mein Moment dir spricht
Getrau dich, schau mein Angesicht!
Ich bin die Wahl, die du gern fliehst
Bin Potential, das du nicht siehst
Der Mensch – ein LĂ€ufer – lĂ€uft geschwind
Was kĂŒmmert’s ihn, wohin er ging?
Nun, wenn er will, so soll er leiden
Wer bin ich, Mensch, ihn dir zu neiden
Den Augenblick, den ich dir schenke
NĂŒtz ihn, lass ihn, fĂŒhle, denke –
Schenke, teile, liebe, gebe
Ruhe, schlafe, mĂŒh dich, strebe
Am Ende: alles einerlei
Irgendwann bin ich vorbei

Wie schnell es manchmal gehen mag
FĂŒr einen Augenblick zu spĂŒren
Was fĂŒr Leben wir so fĂŒhren
Welche Opfer wir erbringen
Welch‘ GefĂŒhle wir bezwingen
Weil wir glauben, dass wir sollten
Vielleicht auch glauben, dass wir wollten
Hab‘n wir uns doch “lĂ€ngst entschieden”
Und so geschickt den Augenblick vermieden

Wie schnell es manchmal gehen mag
Die Fragen neu zu stellen
Und bangend Herzen zu erhellen
Das Licht zieht Motten an
Sie fĂŒhlen sich berufen
Solch Liebe zu verfluchen
Und geben ihren Rat
Doch Liebe ist und bleibt
Ein Akt der wiederkehrend Tat

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