Farben segeln um uns nieder
Das Leben gibt und nimmt rasch wieder
Was gestern war, wird morgen sein
Der Halt am Jetzt gebiert die Pein
Erfreu dich an der Farben Pracht
Das Ende naht, es naht mit Macht
Ein Anfang bricht in deinen Raum

Weiße fällt, wirbelt uns nieder
Wir sammeln uns, wir singen Lieder
Dunkel wird‘s, die Flammen brechen
Nun möge sich der Sommer rächen
Beizeiten sind wir hoch geflogen
In alle Winde wir zerstoben
Sieh!, nun schwindet letzter Halt

Neckisch Kitzeln, sanftes Regen
Es streckt sich, weitet sich das Leben
Unter Decken, unterm Grund
Wächst die Sehnsucht nach dem Und
Nach dem Mehr hinter den Zeilen
Forsch und ungezwungen eilen
Federn über leeres Blatt

Nun komm‘n wir an, nach alter Weise
Der Sonne  Wärme trägt uns leise
Ins Schattenspiel, naiv wir sind
Glaub‘n, wir wär‘n für immer Kind!
Und die Schatten würd’n schwinden
Wenn wir nur die Augen binden
Wenn wir warten nur auf Morgen
Wird Kummer fern sein, fort die Sorgen
Ein‘ Sommer lang! Soll es nur halten
So viel Müh, nun lass verwalten
Halten, greifen sie, bewahren
Und wenn es auch nur Schatten waren

Rhythmen ziehen ihre Kreise
Bald schon wird es wieder leise
Freude, Schmerz, vergeblich Ringen
Entfernt noch in Erinn’rung klingen
Vom Streben bleibt nur Schall und Rauch
Lass ziehen, Kind, lass ziehen!
Den Schmerz, den jedes Ende braucht
Wenn Anfang bricht in deinen Raum

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