Wohin mit dieser Wahrheit
Die dem Widerspruch entsprungen
Die im Kampfe hart errungen
Und den Sieger isoliert
Wohin mit diesem Streben dann
Auch von dem Preis zu geben
An Augen, Ohren, bebend Herz
Bereit zu stellen sich dem Schmerz?

Wohin mit dieser Wahrheit
Wenn die Orte sich verweben
Rote Fäden sich ergeben
Während Konsens sich verliert

Wohin mit dieser Wahrheit
Deren Macht sich Reiche beugen
Oft verschlungen ihre Zeugen
Macht nur aufzeigt, niemals gibt

Wohin mit diesem Streben
Ganz in Wahrheit aufzugehen
Wenn im Widerhall der Sprache
Lärm aus Worten Laute formt
Bis selbst auf Lauten folgt nur Stille
Jedes Streben sich entwinde
Endlich auch Wille gibt sich auf
Ein letzter, erster Schrei – horch auf!
Erschüttert wird der Welten Lauf
Wo Angesicht zu Angesicht
Endlich von Wahrheit leuchtend spricht
Welch fröhlich Ton im Beisein schwingt
Wenn Schmerz, die Angst vor Todgeburt
Erst glücklich überwunden
Wo wahre Worte Frieden künden

Wohin mit dieser Wahrheit, fragst du
Müde des Ertragens Pflicht
Sie stoße, dränge, forme dich
Denn wenn erst sie gut Platz gefunden
Und feierlich entbunden
Den Träger des Ertragens Pflicht
Trotz aller Qualen der Geburt
Wird dir nicht fehlen ihr Gewicht
Zu stützen und zu leiten dich

So sei sie dir manch guter Freund
Solange sie dich bürde
Wohlan nun, Krieger, ohne Scheu
Verfechte sie mit Würde

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