Man findet sehr viele Artikel im Netz, in denen vorgeschlagen wird, mal absichtlich schlecht zu schreiben, weswegen ich es einfach mal versucht habe. Wer findet alle absichtlich eingebauten unlogischen und gestalterisch anstrengenden Stellen?

Es war einmal ein Mensch, der ging eines Tages in der Welt umher, und plötzlich passierte es! Auf einmal landete ein Ufo, und heraus stieg ein Alien, und erlĂ€uterte ihm, dass er der einzige Mensch auf der Welt sei, der sie noch retten könnte. DafĂŒr mĂŒsse er allerdings mitkommen auf den Planeten Xzachghzy, und zwar ganz dringend. Die Xzachghzyaner wĂ€ren nĂ€mlich im Krieg mit den Quaaaabnern, anderen Aliens, und die Erde sei ein strategisch wichtiger Punkt in diesem interstellaren Krieg. Die Xzachghzyaner-GenerĂ€le wollten die Erde gerne sprengen, um sie nicht den Quaaaabnern zu ĂŒberlassen, aber das Alien, das eben nun gelandet war, gehöre einer Organisation zum Schutz unglaublich intelligenter Rassen an, also seien sie hergekommen, um ein Prachtexemplar von einem intelligenten Menschen mitzunehmen und zu beweisen, dass die Erde schĂŒtzenswertes intelligentes Leben bewohne. NatĂŒrlich freute sich der Mensch, fĂŒr sehr intelligent gehalten zu werden, und kam sofort mit dem Alien mit auf seinen Planeten. WĂ€hrend der Hinreise, die etwa einen Tag dauerte, lernte er (da er ja sehr intelligent war) noch Xzachghzyanisch, um sich auch mit den anderen Aliens gut verstĂ€ndigen zu können. Das erste Alien hatte nĂ€mlich ein ÜbersetzungsgerĂ€t mitgehabt, aber das war sehr teuer und nicht alle Xzachghzyaner konnten es sich leisten. Deswegen war es eben wichtig, die Sprache des Planeten zu lernen.

Auf dem Planeten angekommen, musste der Mensch feststellen, dass die Aliens auf dem Planeten alle gleich aussahen, und er deswegen erst einmal lernen musste, die Unterschiede zwischen ihnen zu erkennen. Nachdem er dies einen weiteren Tag versucht hatte, wurde ihm endlich erklĂ€rt, dass es keine Unterschiede gab, weil alle Aliens geklont worden waren. Vor vielen Jahren gab es nĂ€mlich einen Krieg, und alle Aliens bis auf zwei starben dabei. Nur eines namens Xzachghzyan und eines namens Quaaaab ĂŒberlebten, und die hatten sich eben geklont, damit ihnen nicht langweilig wurde. Weil aber keiner der beiden Experten in der Bedienung der Klon-Maschine gewesen waren, wussten sie nicht mehr, wie man diese ausmachte, und so waren eben ziemlich viele Klon-Aliens entstanden, so viele, dass der Platz nicht mehr fĂŒr alle ausreichte im Universum.

Deswegen waren sie eben nun wieder im Krieg. Ziemlich viele Aliens starben dabei, aber das war ja nicht weiter schlimm, weil die Klon-Maschine sowieso stĂ€ndig neue Aliens ausspuckte. Es war sogar ganz gut so, weil sonst der Platz eben zu klein geworden wĂ€re. Der Krieg war die beste Idee gewesen, die sie bisher gehabt hatten, um mit dem kleinen Universum auszukommen. Einem Klon war nun die Idee gekommen, dass es vielleicht dumm war, die Erde zu sprengen, wo doch darauf Menschen lebten, die angeblich intelligent waren, vielleicht hatten ja die eine Idee, wie man den Krieg beenden konnte. UrsprĂŒnglich war der nĂ€mlich auch deswegen praktisch, weil es einem selten langweilig wurde, wenn man im Krieg war. Aber nach einigen Jahrhunderten war es nun doch auch langweilig geworden, immer die gleichen geklonten Aliens umzubringen.

Der Mensch war wirklich sehr intelligent, deswegen schlug er den Aliens vor, doch die Energieversorgung der Klon-Maschinen abzustellen, damit nicht stĂ€ndig neue Klone gemacht wurden, die man dann umbringen musste, das war nun wirklich ziemlich viel Arbeit und nicht sehr effizient. Die dabei gesparte Energie sollte man nun nutzen, um das Fernsehen einzufĂŒhren, das sei nun wahrlich interessanter als immer derselbe blöde Krieg.

Das fanden die Aliens so brilliant, dass sie vor Freude umhersprangen. Dann gingen sie zur Klon-Maschine und zogen den Stecker. Leider hatten sie vergessen, dass der Stecker auch fĂŒr die Aufrechterhaltung der AtmosphĂ€re zustĂ€ndig war, und so verpuffte diese ganz schnell, und alle Xzachghzyaner und der intelligente Mensch erstickten darauf ziemlich unrĂŒhmlich. Die Quaaaabner waren ein wenig ĂŒberrascht, dass der Krieg nach so vielen Jahrhunderten so einfach aus war, und beschlossen, die Erde in Zukunft in Ruhe zu lassen, aus Angst vor weiteren intelligenten RatschlĂ€gen, die sie dasselbe Schicksal erleiden lassen könnten wie die Xzachghzyaner. Und so wurde der intelligente Mensch durch seine genialen RatschlĂ€ge zu einem unbekannten Helden der Menschheit, ohne den wir mit Sicherheit von den Quaaaabnern beherrscht worden wĂ€ren.

The End
(besonders wichtig fĂŒr “gute” Geschichten ist ein – am besten noch englisches – The End, deswegen darf es nicht fehlen)

#55 Schlecht schreiben als .pdf downloaden

2 Replies to “#55 Schlecht schreiben”

  1. Danke, freut mich, dass sie dir “trotzdem” gefallen hat. Ich lese mir ja regelmĂ€ĂŸig Tipps zum Schreiben im Internet durch, und ein hĂ€ufig wiederkehrendes Thema war, einfach schlecht zu schreiben, wenn einem nichts Gutes einfallen will, weil man da zumindest ins Schreiben reinkommt. Lustigerweise hat sich aus dem Vorsatz, völligen Blödsinn zu schreiben, eigentlich dann doch etwas ganz Akzeptables entwickelt (auch wenn ich darauf geachtet habe, möglichst viele “Fehler” einzubauen). Falls du es tatsĂ€chlich mal ausprobierst, wĂŒrd mich das Ergebnis interessieren 😉

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