6 Fehler, die Gründer beim Webseiten erstellen machen

Du bist Unternehmens-Gründer und willst deine erste Webseite erstellen lassen? Dann solltest du diese 6 Fehler besser vermeiden :)
(Letztes Update von Niklas Baumgärtler am 4.9.2020)

Nach langem hin und her hast du dich endlich entschlossen: Du wirst dein eigenes Unternehmen gründen! Vermutlich hast du schon länger auf diesen Schritt hingearbeitet, vielleicht auch das Unternehmensgründungs-Programm des AMS dafür genützt (willkommen im Club!). Als Unternehmer brauchst du dann natürlich auch eine eigene Webseite, damit potentielle Kunden dich auch finden. Daher lässt du dir als nächstes gleich mal eine Webseite erstellen, oder versuchst es auf eigene Faust.

Mit der Zeit habe ich nun so einige der so entstandenen Webseiten gesehen, und auch dem einen oder anderen weiterhelfen können, diese zu verbessern (grade gestern wieder die Lade-Geschwindigkeit von 16 Sekunden auf 4 herunterschrauben können 🙂 ).

Das Problem bei der Webseiten-Erstellung ist, dass die meisten Unternehmens-Gründer das zum ersten Mal machen. Daher hat man als Laie natürlich (noch) nicht so die Ahnung, worauf man dabei achten muss. Die wenigsten Jung-Unternehmer haben das Geld, sich nach den ersten Lern-Erfahrungen gleich nochmal eine Webseite machen zu lassen, die dann besser ihren Bedürfnissen entspricht.

Aber ist das Lehrgeld, das so viele zahlen, wirklich alternativlos?

Ein Stück weit ja. Aber viel davon kann man sich ersparen. Hier eine (unvollständige) Liste an Fehlern, die Jungunternehmern gerne passieren, die ihre erste Webseite in Auftrag geben oder selbst erstellen:

  1. Sie unterschätzen, wie sehr eine Webseite ein lebendiges Wesen ist
  2. Sie können einmalige und laufende Kosten nicht gut abschätzen
  3. Die Webseite lädt extrem langsam
  4. Falsche Vorstellungen von der Suchmaschinen-Optimierung (SEO)
  5. Sie unterschätzen die Wichtigkeit von Responsive Design (Handy-Optimierung)
  6. Sie halten Analytic-Tools und Statistiken für unnötig

Lies weiter, um diese häufigen Fehler selbst zu vermeiden, wenn du deine erste (oder nächste) Webseite erstellen lässt!

1. Sie unterschätzen, wie sehr eine Webseite ein lebendiges Wesen ist

Webseiten erstellen lebendiges Wesen

Die erste meiner eigenen Webseiten war der bunterrichten-Blog, gehostet auf wordpress.org. Dabei ging es mir rein darum, meine Gedanken und Erfahrungen mit anderen zu teilen. Die Webseite sah ziemlich hässlich aus, aber war – da sie auf WordPress basierte – vergleichsweise einfach zu bedienen.

Später kam dann ein zweiter Blog dazu, der mit den Barfuß-Geschichten. Ebenso hässlich, ebenso einfach zu bedienen – perfekt dafür, Geschichten und Gedichte zu veröffentlichen.

Als es dann ernst wurde mit der Unternehmens-Gründung, waren die beiden Blogs nicht mehr zeitgemäß, und ich fasste sie in eine neue Webseite zusammen – eben www.bunterrichten.com.

In den zwei Jahren, in denen ich die Webseite zusammengefasst und neu aufgestellt habe, gab es mindestens 3 komplette Re-Designs (Neu-Programmierungen von Grund auf). Nicht, weil mir sonst zu langweilig wäre, sondern weil sich die Art meiner Angebote als Jung-Unternehmer immer wieder drastisch verändert hat.

Man merkt eben erst dann, wenn eine Idee “in Kontakt mit der Erde” gekommen ist, wie viel sie in der Wirklichkeit taugt, und was daran noch optimiert werden muss. Das galt einerseits für meine unternehmerischen Dienstleistungen und Produkte, aber auch für die Gestaltung der Webseite selbst.

Genausowenig wie ein Unternehmen (vor allem ein noch junges) nichts Statisches ist, sollte die Unternehmens-Webseite die Weiter-Entwicklungen auch reflektieren können.

Eine “Visitenkarten-Webseite”, einmal erstellt und nie wieder verändert, entspricht dieser Anforderungen im Regelfall nicht.

Deswegen ist es auch so wichtig, nicht nur die 1x-Kosten “Erstellung einer Webseite”, sondern vor allem auch die langfristigen Kosten (Zeit, Geld, Aufmerksamkeit) einer Webseite mitzubedenken. Sonst zahlst du mit der Zeit massiv drauf. daher gleich zum nächsten Punkt:

2. Sie können einmalige und laufende Kosten beim Webseiten erstellen lassen nicht gut abschätzen

Webseiten-Entwickler werben gerne mit Kampfpreisen von beispielsweise “Deine eigene Webseite um nur 999€!” – klingt doch gut, oder nicht? Immerhin ist das für viele auch der Betrag, der ihnen vorschwebt, den sie für eine eigene Webseite einkalkuliert haben.

Als Ergebnis bekommen Sie dann auch häufig tatsächlich eine Webseite, die ganz gut aussieht. Was Jung-Unternehmer ohne Erfahrung in diesem Gebiet dabei leider gerne übersehen, ist der Unterschied zwischen 1x-Kosten und langfristigen Kosten.

Die 1x-Kosten sind meist recht klar: Zahle X € für die Erstellung einer Webseite. Dann erhältst du deine fertige Webseite nach einigen Wochen. Auftrag erledigt – perfekt.

Wenn du als Jung-Unternehmer vor hast, länger als 6 Monate Unternehmer zu sein, wird es aber dann Zeit, langfristiger zu denken. Gibt es dann beispielsweise Server-Kosten, die pro Monat zu bezahlen sind? Nimmt der Anbieter Geld von dir für Updates? Was passiert, wenn plötzlich etwas nicht mehr funktioniert? Kannst du Texte, Bilder, etwas am Design selbst verändern, oder brauchst du dann für alles Unterstützung? Ist eine “Einschulung” ins selber machen im Preis inkludiert?

Die größten Kosten sind jedoch für dich oft unsichtbar: Wie beschränkt bist du mit der dir angefertigten Webseiten-Lösung? Und wie abhängig vom ausgewählten Anbieter?

Hände weg von Wix & Co beim Webseiten erstellen

Es klingt auf den ersten Blick gut, aber viele der Anbieter die dir eine kostenlose Webseite, “ganz einfach”, versprechen, sind zum Vergessen. Denn ja, sie sind kostenlos, und ja, sie sind einfach – aber der versteckte!!) Preis ist, dass deine Webseite “im Gefängnis” sitzt.

Problem Nr 1: Werbung

Die meisten jener Anbieter sind deswegen kostenlos, weil sie als Gegenleistung auf deiner Webseite ihre Werbung schalten. Das kann dazu führen, dass du z.B. eine Webseite betreibst wo du für Workshops gegen Kindesmissbrauch bewirbst, und gleich daneben findet sich eine Dating-Werbe-Anzeige mit leicht bekleideten, beinahe minderjährigen jungen Damen. Oder du bewirbst eine bestimmte Säge um 75€, gleich daneben wird von deinem Webseiten-Anbieter eine Obi-Werbung platziert, die eine andere Säge um 55€ bewirbt.

Werbung auf deiner Seite zu zeigen ist ja ok – viele verdienen ihr Geld damit. Aber dann solltest auch du das Geld dafür bekommen, wenn jemand auf deiner Seite draufklickt.

Natürlich kann man bei den meisten Anbietern (hier als Beispiel Wix) die Werbung auch entfernen lassen – aber das kostet dann plötzlich doch wieder monatlich etwas mehr… im Falle von Wix aktuell 8,50€. Damit zahlst du alternativ auch die Miete für einen eigenen Webserver, der dir viel mehr Vorteile bringt.

Problem Nr. 2: Massive Einschränkungen

Das zweite Gefängnis bei Wix & Co, das viel schlimmer ist: Die Funktionalität ist in der Basis-Version stark eingeschränkt. Das macht zwar die Bedienung anfangs einfacher (Vorteil), aber schränkt dich nach nur kurzer Zeit enorm ein. Du kannst zwar dann wieder Funktionen freischalten. Aber – Überraschung! – auch das kostet dich wieder bares Geld, und zwar nicht zu knapp.

Und selbst wenn du dann Hunderte Euros investiert hast, um mit der Zeit alles freizuschalten, was Wix zu bieten hat: Viele Funktionen, die du z.B. in WordPress mit 2 Klicks kostenlos installieren kannst, existieren dort gar nicht. In WordPress kannst du mit ein wenig Programmier-Kenntnissen auch selbst sogenannte Plugins (Erweiterungen) programmieren. In Wix geht das gar nicht, oder nur sehr kompliziert.

Warum aber nutzen so viele Leute trotzdem Wix, wo WordPress in fast jeder Hinsicht viel besser ist?

Weil es extrem kompliziert ist, den Content (Texte, Bilder, …) von Wix zu exportieren und in ein anderes System zu überführen. Deshalb bleiben viele bei Wix, weil sie glauben, dass es alternativlos ist, wenn man einmal darin “gefangne” ist.

Hände weg von vollständig “händisch” programmierten Webseiten!

Vor einigen Monaten habe ich mit jemandem gesprochen, der einem Webseiten-Anbieter leider so richtig auf den Leim gegangen ist. Der Anbieter hat vollmundig versprochen, ein “eigens programmiertes CMS” (Content Management System) entwickelt zu haben, das bei Google Page Speed Insights (ein Tool zur Bewertung der Webseiten-Geschwindigkeit) extrem gute Ergebnisse erzielen hätte sollen. Mein Bekannter war überzeugt:

  • Extrem schnelle Webseite
  • Handarbeit

Die Webseite, die er (und andere “Opfer”) bekommen hat, war tatsächlich sehr schnell und erzielte gute Ergebnisse bei den Google Page Speed Insights. Das lag aber daran, dass die Webseite im Grunde einfach gar nichts konnte und nur aus jeweils einem Bild/Seite und einigen Zeilen Text bestand. Natürlich lädt eine solche Webseite schnell. Aber man kann halt auch kaum was damit anfangen.

Als zusätzliche Frechheit hat der Anbieter sich auch noch ausgedacht, statt der Kosten für eine 1x-Entwicklung einen monatlichen Betrag von (soweit ich mich erinnere) irgendetwas zwischen 100-150€ zu verlangen – für “Updates”. Man könne ja jederzeit kündigen. Wobei dann eine 1-Jahres-Bindung mit im Vertrag versteckt war.

Wieder ein Extrem-Beispiel, zugegeben. Aber worauf ich hinauswill, ist folgendes: “Händisch” programmierte Webseiten klingen zwar nach guter, alter Handarbeit, aber in der Web-Programmierung ist das in 99,9% aller Fälle für dich ein Nachteil. Denn jemand, der dann Änderungen an dieser Webseite vornehmen soll, muss sich erst mühsam einlesen, wie denn das Ganze vom ursprünglichen Programmierer programmiert worden ist.

Wenn du stattdessen z.B. WordPress als Basis verwendest, dann gibt es dazu unzählige Webseiten-Programmierer, die schonmal mit WordPress gearbeitet haben, und vergleichsweise schnell Änderungen vornehmen können, die du brauchst.

Und wenn du länger als 6 Monate Unternehmer sein willst und eine Webseite hast, werden Änderungen auf dich zukommen. Am allerbesten hast du dann etwas Ahnung davon, wie du zumindest kleine Änderungen vornehmen kannst. WordPress macht es z.B. recht einfach, Texte, Bilder etc. auch als Laie selbst zu verändern (vorausgesetzt, jemand hat nicht so daran herumgebastelt dass es komplizierter wird als es sonst wäre, habe ich gerade gestern wieder wo gesehen).

Warum ich beim Webseiten erstellen (lassen) so ein WordPress-Fan bin

WordPress selbst kostet dich keinen einzigen Euro. Du brauchst nur einen Webserver mieten (~10€/Monat für einen guten), WordPress installieren, einrichten, und kannst loslegen. Keine Werbung, keine wirklichen Einschränkungen.

Die Oberfläche ist etwas komplizierter als wie z.B. bei Wix (einfach weil du mehr machen kannst), aber wenn dir jemand die Grundlagen erklärt oder du ein wenig Zeit zum Experimentieren aufwendest, hast du die Basics von WordPress in maximal einem Monat drauf.

Wenn du dann ein Statistic-Tool haben willst, etwas was dir bei SEO (Suchmaschinen-Optimierung) hilft, eine schnellere Webseite, einen Newsletter, einen Webshop, ein Booking-System, was auch immer: WordPress hat wirklich für fast alles kostenlose Plugins (Erweiterungen), die du mit 2 Klicks installieren kannst.

Inhaltliche Änderungen kannst du mit nur wenig Übung alle selbst durchführen. Änderungen am Aussehen auch bis zu einem gewissen Grad ohne Programmier-Kenntnisse. Die paar Basic-Programmier-Kenntnisse, die du für kleinere Änderungen brauchst, kannst du vergleichsweise rasch lernen.

Und wenn du dann aber wirklich genau weißt was du willst und keine Themes (Design-Vorlagen) oder Plugins (Erweiterungen) für WordPress findest, die dir genau das bieten? Dann macht WordPress es einfach, diese selbst dazuzuprogrammieren (oder jemanden wie mich zu beauftragen, der dir dann genau das macht).

Ich kann natürlich niemanden dazu zwingen, WordPress zu verwenden – aber es ist gerade für junge Unternehmer, die jetzt nicht rasch mal 20.000€ in die Entwicklung einer neuen Webseite stecken wollen, die mit Abstand beste Option, die es derzeit gibt.

Daher wenn du dir eine Webseite erstellen lässt: Tu dir selbst einen Gefallen, und besteh darauf, dass sie auf WordPress läuft. Dann kannst du später selbst wenn die Person die dir das macht etwas versaut hat noch viel verbessern oder sogar “retten”.

Und deine Webseite kann mit deinen Bedürfnissen mitwachsen.

3. Die erstellte Webseite lädt extrem langsam

Webseiten Geschwindigkeit bunterrichten

Manchmal sehen Webseiten super aus, aber brauchen extrem lange, um zu laden, weil sie mit viel zu vielen an sich sinnlosen “Gimmicks” vollgestopft sind. Mein Favorit bisher: Die Webseite einer Schule, die, um die Wartezeit beim Laden zu verkürzen, einen schön animierten Ladebalken integriert hat. Aber weil der Ladebalken offensichtlich schlecht programmiert ist, dauert das Laden nur des Ladebalkens nun über 10 Sekunden. Ziemlich absurd, dann ohne den Balken würde sie in 4 Sekunden laden.

Gestern habe ich eine Webseite gesehen, die beim Test auf Google Page Speed Insights auf dem Handy 16 (!) Sekunden brauchte, um zu laden. Glücklicherweise war die Webseite auf WordPress aufgebaut, und so war es mit ein paar einfachen Tricks möglich, die Ladezeit auf ca. 5 Sekunden zu verbessern. Aber ernsthaft: 16 Sekunden sind vieeeeel zu lang! Empfohlen sind so ca. 3 Sekunden maximal.

Lange Ladezeiten sind einerseits für Webseiten-Benutzer nervig. Aber sie wirken sich auch darauf aus, wie gut deine Webseite in Suchmaschinen wie Google gefunden wird. Je schneller die Webseite lädt, desto höher die Chance, dass du weiter oben angezeigt wirst.

Mach bei jeder Webseite, die du hast erstellen lassen, zumindest den Google Page Speed Insights-Test, und gib am besten auch die eigene Webseite des Anbieters selbst ein, bevor du dich auf einen Anbieter einlässt. Wenn der Anbieter es nicht einmal bei der eigenen Webseite schafft (oder für wichtig hält), ist die Chance groß, dass auch deine Webseite sehr langsam sein wird.

Warum werden Webseiten langsam?

  • Ein langsamer Webserver
  • Extrem lange Inhalte (Eine Lektion meiner Online-Kurse zum Webseiten Programmieren lernen lädt z.B. langsamer als eine Startseite mit wenig Text und Bildern)
  • Komplexe Webseiten (Meine Webseite hat ein eigens programmiertes Kurs-System, ein eigens programmiertes Veranstaltungs-System und knapp 1000 A4-Seiten an Artikeln und Geschichten – das ist aufwendiger für WordPress zu verwalten als eine schlichte “Visiten-Karten-Webseite”).
  • Vor allem aber:
    • Schlecht programmierte Plugins (Erweiterungen)
    • Schlecht programmierte Themes (Design-Vorlagen)

Zumindest wenn das Ganze über WordPress läuft, kann man meist recht rasch herausfinden woran es liegt, dass eine Webseite so langsam ist – und Lösungen finden.

4. Falsche Vorstellungen von der Suchmaschinen-Optimierung (SEO)

SEO hilft dir im besten Fall dabei, “organische Aufrufe” zu erzielen. Das sind Besucher deiner Seite, die über eine Suchmaschine Suchwörter eingeben und dich in den Suchergebnissen finden und anklicken.

Wie das funktioniert ist eine eigene Wissenschaft, da werde ich ein andermal mehr dazu schreiben. Hier nur ganz kurz: Vergiss SEO, wenn du nur eine “Visitenkarten-Webseite” hast, also eine, die nur aus ein paar Unterseiten besteht wo was über dich und dein Angebot zu finden ist.

Damit SEO auch nur ansatzweise funktionieren kann, braucht deine Webseite viele, viele ausführliche Inhalte, im häufigsten Fall über einen Blog. Eine Psychotherapeutin könnte dort zum  Beispiel Beiträge über ganz konkrete Problemstellungen ihrer Klienten (natürlich anonymisiert) schreiben. Diese werden dann – wenn alles gut geht – auch von Interessenten gefunden und angeklickt -> mehr Besucher kommen auf die Seite.

Wenn du ein Angebot siehst, wo dir jemand für X € einen “SEO-Boost” verkaufen will, dann lass es. Was du dann vermutlich bekommst, sind eigentlich Werbe-Schaltungen auf Facebook oder Google, die dir jemand als organische Aufrufe verkaufen will.

WordPress hat einige recht gute SEO-Tools, die dir helfen, Beiträge so zu verfassen, dass sie besser bei Google gefunden werden. Ich verwende selbst “Yoast SEO” und bin recht zufrieden. Aber dafür muss es halt auch Beiträge geben, und das Schreiben dieser Beiträge mag man im besten Fall auch gerne.

5. Sie unterschätzen die Wichtigkeit von Responsive Design (Handy-Optimierung) beim Webseiten erstellen

Auch wenns mittlerweile ohnehin Standard ist und kaum mehr vorkommt: Eine Webseite muss auch auf dem Handy gut aussehen und funktionieren! Mittlerweile gibts mehr Zugriffe übers Handy als über große Bildschirme.

Eine Ausnahme sind Tablets. Die gibts auch, aber die Zugriffe sind mit ~2% noch vernachlässigbar.

Bestehe auf eine Desktop- und eine Handy-Version, und teste sie auch auf mehreren verschiedenen Geräten mit verschiedenen Bildschirm-Auflösungen!

6. Sie halten Analytik-Tools und Statistiken für unnötig

Warum Statistik Sinn macht

Es ist ein gutes Gefühl, wenn man einen Beitrag veröffentlicht und dann an der Statistik sehen kann, wie die Besucherzahlen in die Höhe schnellen. Vor allem aber sind Besucher-Analyse-Tools enorm hilfreich, um herauszufinden, wann, warum und wie Menschen deine Webseite besuchen.

Beispielsweise fand ich es dann doch extrem interessant, dass der mit Abstand am häufigsten organisch (also einfach über eine Suchmaschine) angeklickte Beitrag der über “Stufen der Liebesfähigkeit” war, und das Suchwort, bei dem meine Webseite am häufigsten angeklickt worden ist, “Liebesfähigkeit”.

Ich habe im Laufe der Jahre über 1000A4-Seiten an Artikeln und Geschichten hier veröffentlicht, sehr viel davon über Pädagogik und Psychologie, aber das, was die Menschen offensichtlich am meisten suchten bei mir, wozu sie sonst am wenigsten fanden, ist “Liebesfähigkeit”. Schon interessant, oder?

Allgemeiner gesprochen: Du wirst im Laufe der Monate und Jahre immer wieder Änderungen an deiner Webseite vornehmen. Wenn du Analytic-Tools und Statistiken verwendest, siehst du dann anhand der Zahlen, welche Auswirkungen diese Veränderungen nach sich gezogen haben.

Ein konkretes Beispiel: Die letzten zwei Wochen habe ich dafür gesorgt, dass meine Webseite nun erheblich schneller lädt. Seitdem ist deutlich zu merken, dass die organischen Zugriffe gestiegen sind – Google belohnt offensichtlich die nun schnelleren Webseiten-Ladezeiten.

Ohne die Statistiken hätte ich das zwar auch vermuten können, aber gewusst hätte ich es nicht.

Abschließendes zum Webseiten erstellen

Das waren einige Fehleinschätzungen und Fehler, die mir in meiner Arbeit als Webseiten-Programmierer und auch so in Gesprächen mit anderen Jungunternehmern im Bezug auf die Erstellung von Webseiten untergekommen sind.

Wenn man das Ganze andersrum betrachtet, hier einige Ratschläge, mit denen du dir viel Ärger ersparen kannst:

  • Denke deine Webseite langfristig, wie ein lebendiges Wesen, das mit deinen Bedürfnissen mitwächst
  • WordPress installieren auf einem gemieteten Server (oder meinen verwenden)
  • Lerne die Basics, damit du möglichst viel selbst machen kannst
    • WordPress-Basics
    • (optional, aber hilfreich): HTML, CSS, eventuell noch PHP und JavaScript
  • Lass dir helfen, wo du nicht weiterkommst
  • Nur wenn du etwas wirklich nicht selbst schaffst:

Das ist zwar anfangs mehr Zeitaufwand für dich, aber du sparst dir einiges an Geld. Und den Zeitaufwand, den du anfangs reinsteckst, holst du rasch wieder auf, wenn es später darum geht, Veränderungen vorzunehmen.

Vor allem aber macht es dann am meisten Sinn, Geld in die Hand zu nehmen, um etwas wirklich Gutes zu bekommen, wenn man schon eine gute Vorahnung hat, und genau weiß, was man will.

Mit diesem Vorgehen kommst du erheblich günstiger, langfristig betrachtet zeitsparender und mit weniger problematischer Abhängigkeit von irgendjemandem davon.

Portrait Niklas Baumgärtler

Niklas Baumgärtler

Niklas Baumgärtler interessiert sich für die Kunst der Begeisterung und macht gerne Wechsel- und Hebelwirkungen in Sozialen Systemen sicht- und erlebbar. Mehr über Niklas Baumgärtler...

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Niklas Baumgärtler ist ehemaliger Volksschul-Lehrer und Lehrer an Freien Schulen. Heute ist er in der Erwachsenen-Fortbildung tätig, wie z.B. in der Lehrer-Fortbildungs-Reihe über der bunterrichten-Tage. Man kann sich von ihm Webseiten programmieren lassen, oder es hier einfach selbst lernen - entweder in der Online-LernWerkStatt oder auch über die Frauen-Programmier-Treffs.