Als langjähriger Lehrer und als Führungskraft in verschiedensten Bereichen (NH-Lehrer, an Volksschulen, Freien Schulen, als Leiter einer Nachmittagsbetreuungseinrichtung, …) habe ich über die Jahre sehr viel mit dem Wu Wei Ansatz aus dem Taoismus experimentiert: Tun, ohne zu tun. Weil das für unser westliches Verständnis anfangs paradox klingen mag, hier eine kurze Erklärung:

Der Kern des Ganzen: das Gegenüber nicht als Objekt ansehen, das von außen manipuliert (mano = Hand, pular = ziehen) bzw. “motiviert” (movar = bewegen) werden muss. Sondern als Subjekt, mit Eigen-Initiative und Eigen-Verantwortung. Zwei Subjekte können zwischen sich das herstellen und aufrechterhalten, was ich für mich “Stimmigen Kontakt” getauft habe. In diesem Zustand arbeiten beide Subjekte freiwillig gemeinsam auf ein gemeinsames Ziel hin, anstatt gegeneinander zu arbeiten.

Die Schwierigkeit? Stimmigen Kontakt herzustellen ist keine “Technik” im klassischen Sinn. Sie erfordert ein Loslassen, ein Einlassen auf den anderen. Empathie, aber eine Empathie ohne Selbstaufgabe. Ein Bei-Sich-Sein und gleichzeitig ein Beim-Andern sein. Ein – so paradox das klingt – Führen durch Unterordnen. Das größte Hindernis auf dem Weg zum Erlernen dieser Kunst ist das eigene Ego und die erlernte Vorstellung, dass “Ich bewege X” der effizienteste Weg ist, um X zu bewegen. Über die Kampfkunst Tai Chi lässt sich am eigenen Körper erleben, dass stattdessen die Aufwandslosigkeit die effizientere Variante ist: Tun, ohne zu tun.

Wer die Fähigkeit erlernt (bzw. richtiger die Blockaden abgelegt hat, die von diesem eigentlich natürlichen Zustand abhalten) kann sich auf jeden Moment einlassen und intuitiv erspüren, was für diese Situation notwendig und richtig ist. Immer wieder wird er dabei auf neue Blockaden in sich selbst stoßen, die ihn daran hindern, das erfühlt “Richtige” dann auch zu tun. Die Kunst besteht darin, diese verbleibenden Blockaden zunehmend aufzulösen, um mit der Zeit immer freier der Intuition im Stimmigen Kontakt folgen zu können.

Man könnte diesen Zugang auch die “Kunst der Begeisterung” nennen – im Gegenüber ein Subjekt, ein “von Geist beseeltes” Gegenüber zu sehen, und in Kooperation mit diesem Gegenüber mehr zu erreichen. Siehe dazu auch eine Geschichte, die ich vor Jahren mal darüber geschrieben habe und die auch in meinem Buch vorkommt: #114 Die Kunst der Begeisterung.

Einige mögliche Lernfelder

  • Beziehung zu mir selbst
    • Achtsamkeit/Sensibilität mir selbst gegenüber
    • Selbstakzeptanz: bedingungslose Selbstliebe
    • blockierende Glaubenssätze auflösen
  • Beziehung zum Gegenüber
    • Empathie ohne Selbstaufgabe
    • Glaubenskraft entwickeln: der “Dünger” jeder Entwicklung
  • Beziehung zur Gruppe
    • Gruppendynamiken verstehen: Mobbing, …
    • Führen, ohne zu führen
  • Beziehung zu Allem
    • Subjektive Sinn-Findung
  • Systematisierung

    • Prinzipien in stimmige soziale Systeme umsetzen
    • Sich selbst überflüssig machen

Angebot

Am 24.5.2019 wird es eine Lehrerfortbildung von mir zu einigen dieser Themen geben. Kann man sich ja schonmal vormerken.

Ansonsten arbeite ich gerne situationsbasiert – d.h. jemand erzählt mir womit er derzeit Schwierigkeiten hat und ich baue aus dem Fundus an Erfahrungen der letzten Jahre die Lerninhalte zusammen, die demjenigen am meisten weiterbringen. Es gibt keinen “Lehrplan” in dieser Kunst – nur ein zunehmendes Auflösen der inneren Blockaden, wo auch immer man diese wahrzunehmen beginnt. Gewissermaßen ein “Herantasten” an die Praxis des Stimmigen Kontaktes im Miteinander.

Wer z.B. als Lehrer oder Führungskraft immer wieder mit Mobbing konfrontiert ist, dem helfe ich a) die Gruppendynamik dahinter zu verstehen und b) wo er wie ansetzen kann, um mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel zu erreichen.

Grundsätzlich arbeite ich mit Schulen, Institutionen wie auch mit Unternehmen zusammen, wenn:

  • mein Zugang des Arbeitens und ich als Mensch akzeptiert werden.
  • die Erwartungen realistisch sind.
  • die Bezahlung für mich insgesamt am Ende des Monats kostendeckend ist. Wenn z.B. größere Unternehmen mich für meine Unterstützung anständig bezahlen, kann (und möchte) ich auch immer wieder mal anderen die nicht so viel Geld haben (Schulen z.B.) kostengünstiger oder sogar kostenlos helfen.

Im Zweifelsfall einfach mal kontaktieren – wir finden dann schon eine gute Lösung 🙂