Bei der Produktion von Content (=Inhalten, für die Englisch-Verweigerer unter uns) für eine Webseite ist auf drei Aspekte besonders Wert zu legen:

  • SEO (Suchmaschinen-Optimierung), damit der Content organisch gefunden wird
  • Qualität, damit der Content dem Leser auch gefällt oder im Idealfall sogar geteilt wird
  • Stimmigkeit/Authentizität, also ein Content-übergreifendes Konzept bzw. eine “Stimme”

Je nach Ausrichtung der Webseite werden anderen Aspekte größere Relevanz bekommen. Eine Webseite, die hauptsächlich darauf ausgelegt ist, den Besucher zu bestimmten Handlungen zu bewegen (z.B. ein Produkt zu kaufen) oder gar nur eine Fake-Webseite zur Generierung von Klicks, um eine andere Webseite höher zu ranken, wird sich fast ausschließlich um optimales SEO kümmern, um den beabsichtigten Effekt auf das Ranking zu erhöhen.

Webseiten, die durch einzelne hochqualitative Artikel Traffic auf sich ziehen sollen, um zum Kauf anzuregen bzw. Rankings zu verbessern, aber auch Artikel, bei denen offensichtlich und logisch nachvollziehbar ist, dass sie von mehreren Autoren verfasst wurden (etwa bei der Online-Ausgabe einer Tageszeitung), können es sich gut leisten, auch Arbeit auszulagern.

Fatal kann es jedoch wirken, wenn für den Nutzer nicht ersichtlich ist, warum verschiedene Artikel vom scheinbar selben Autor völlig unterschiedliche Schreibstile aufweisen, oder einmal viele Fehler zu finden sind, einmal gar keine. Auch wenn die Nutzung von Ghostwritern gerade bei größeren Plattformen durchaus üblich ist, kann ein “Auffliegen” dessen die Autorität, die man ansonsten dem Betreiber der Webseite zuschreiben würde, verfallen lassen. Die Autorenschaft eines Artikels sollte daher entweder ehrlich/authentisch gekennzeichnet sein (meine bevorzugte Variante), oder zumindest authentisch wirken.

Aber nun zu ein bisschen Grundlagenwissen zur SEO:

Wonach reiht Google Suchergebnisse?

Suchmaschinen wie Google ordnen ihre Suchergebnisse nach vielen Faktoren, aber fünf der wichtigsten sind Passgenauigkeit, Aktualität, Tiefe, Verlinkung und Verweildauer.

Passgenauigkeit in Bezug auf die Suchbegriffe

Dieses Kriterium bestimmt, wie genau der Inhalt einer Seite zu dem passt, wonach ein User über die Suchmaschine suchen möchte. Wie oft kommen die Suchwörter auf der Inhaltsseite vor, wie prominent kommen sie vor (sind sie z.B. Teil der Überschriften?), oder kommen gar ganze Phrasen aus der Suche vor?

Aktualität der Seite

Webseite, die vor langer Zeit erstellt und nie mehr aktualisiert wurde, wird eher nach hinten gereiht, während Webseiten, die neu sind oder regelmäßig aktualisiert werden, besser gereiht werden. Daraus entstand beispielsweise auch das Konzept der “Landing Pages”, die jeweils aktualisierte “Eingangstüren” für bestimmte Suchbegriffe sein sollen, um von dort auf gewünschte Inhalte zu verlinken.

Tiefe der Seite

Handelt es sich bei der Webseite um 2-3 Unterseiten, oder eine weitverzweigte Netzwerk-Struktur? Im zweiteren Fall gehen Suchmaschinen davon aus, dass es sich tendenziell um eine interessantere Seite mit mehr “Gewicht” handeln wird.

Verlinkung zu anderen Seiten

Wie gut ist die Webseite intern verlinkt, daher wie gut sind die einzelnen Unterseiten untereinander erreichbar? Wie gut ist die Webseite zu externen Webseiten verlinkt, daher wie vernetzt ist sie mit anderen Webseiten? Dabei werden Links nicht gleich behandelt, ein sogenannter Inbound-Link (Link auf die eigene Seite) von einer Webseite mit hoher Autorität (z.B. die New York Times) zählt mehr als ein Inbound-Link einer unbekannten Seite. Gleiches gilt für Outbound-Links (Links von der eigenen Seite auf andere), wenn man selbst eine Autoritäten-Seite darstellt, ist der Outbound-Link auf andere Seiten “wertvoller”.

Verweildauer auf der Seite

Viele Suchmaschinen, u.A. Google, messen auch die Verweildauer eines Users auf einer bestimmten Unterseite mit. Wenn beispielsweise ein User eine Seite besucht und sie nach einer Sekunde wieder verlässt, geht Google davon aus, dass die Seite nicht dem entspricht, was der User sehen wollte. Bleibt der User jedoch länger auf der Seite, hat dies eher positive Auswirkungen auf die Reihung bei zukünftigen Suchanfragen.

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Kriterien, die in die Reihung der Suchergebnisse durch Suchmaschinen einfließen. Wer sich dem bewusst ist, der kann seine Inhalte entsprechend darauf abstimmten.

Man kann aber alternativ auch versuchen, das System zu “hacken”, etwa indem man zahlreiche Fake-Seiten anlegt, die auf die eigene Haupt-Seite verlinken, um mehr wertvolle Inbound-Links zu erzeugen. Weil Google & Co da mittlerweile darauf reagiert haben, gibt es unzählige Aufträge auf Clickworker-Plattformen, die Freelancer dafür bezahlen, neue Blogs mit möglichst billigem Content zu füllen, weil dies für Google kaum als “Hacker-Versuch” identifizierbar ist. Blogs werden aus dem Nichts aufgebaut, um “Autoritäts-Seiten” zu werden und die Outbound-Links an den meistbietenden verkaufen zu können. Ebenso werden Freelancer dafür bezahlt, Wikipedia-Artikel umzuschreiben, “nicht nach Werbung aussehende Blog-Artikel, die unser Produkt/unsere Dienstleistung bewerben” oder “50 echt aussehende Bewertungen auf Amazon” zu verfassen. Der Vorteil? Kostet nicht viel, und funktioniert technisch betrachtet auch. Der Nachteil? Es müllt einerseits das Internet immer mehr mit Fake-Content zu – und es handelts ich um Manipulation, was selten die Basis für nachhaltig tragbare Beziehungen zu Kunden ist.

Die Alternative? Das zu produzieren, was Google & Co mit ihren Algorithmen eigentlich belohnen wollen: hilfreichen und ehrlichen/authentischen Content, und zwar viel davon. Darauf wird von anderen Webseiten usw. auch aus intrinsischen Gründen verlinkt (“der Artikel war grandios!”). Kooperationen und aktive Verlinkung mit denjenigen, die man auch aus intrinsischen Gründen unterstützen will. Das Argument “alle anderen manipulieren auch, deswegen muss ich mitziehen” trifft nur so lange zu, wie man sich als Einzelkämpfer positioniert.

Aber was, wenn es einem selbst an Zeit, Lust oder Fähigkeit fehlt, qualitativ hochwertigen Content in ausreichender Menge zu produzieren? Dann kann es möglicherweise Sinn machen, dies auszulagern.

Content produzieren lassen

Ich schreibe gerne, viel, schnell und gut – auch für andere, wenn ich mich im Anliegen des Unternehmens wiederfinden kann.

Weil auch mein Tag nur 24h für mich bereit stellt, und ich in irgendeiner Form auch für ein regelmäßiges Einkommen sorgen muss, mache ich das mittlerweile nicht mehr kostenlos, sondern gegen entsprechende Bezahlung. Die jeweilige Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem:

  • Häufigkeit (Lassen sich Abläufe aufbauen, die den organisatoriscen Overhead reduzieren?)
  • Vorlaufzeit (Wie eng/strikt ist das Zeitkorsett? Kann ich z.B. auch vorarbeiten?)
  • Rohmaterial vs. Zielvorgaben (Was kommt zum reinen Schreiben hinzu? Was davon wird geliefert?)
  • Ortsgebundenheit (Muss ich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein?)
  • Anliegen des Unternehmens (Will ich das Unternehmen aus intrinsischen Gründen unterstützen?)

Je nach den Antworten auf diese Fragen und meiner sonstigen Einkommens-Situation können meine Preise sehr variieren. Als Richtwert kann aber gesagt werden, dass ich im Regelfall nicht unter 50€/h gehen werde und es vorziehe, einen monatlichen Betrag mit dem Kunden entsprechend seiner Anforderungen festzulegen, für den ich dann passenden Content nach seinen (schriftlich festgehaltenen) Kriterien produziere. Das heißt ich bekomme (als grobes Beispiel) 200€/Monat für 1 Artikel/Woche nach Kriterien X, Y und Z, wenn man davon ausgehen kann, dass ich pro Artikel ca. 1h brauche. Ob ich dann doch länger brauche, ist mein Risiko.

Natürlich kann man den Content auch von anderen schreiben lassen, und teilweise gibts den wohl auch billiger. Theoretisch auch bei mir, wenn mir die zusammenarbeit mit jemandem große Freude macht und es finanziell gar nicht anders geht – aber das hängt natürlich einerseits vom Einzelfall und andererseits von meinen sonstigen Einkommensquellen ab, ob ich mir da Rabatte “für den guten Zweck” erlauben kann.

Grundsätzlich biete ich die Content-Produktion nach individuellen Konditionen (falls wir auf eine nachhaltig konstruktive Win-Win-Situation kommen) immer jeweils für einen Monat an, nach Ablauf dessen beide Seiten die Zusammenarbeit für einein weiteren Monat weiterführen oder beenden können. Ich halte nichts von Knebel-Verträgen, und schon gar nichts von dem Stress, sie durchzusetzen. Wenns doch nicht passt, erfüllt jeder die Verpflichtungen des einen Monats fertig (Produktion des Contents, Bezahlung), und dann muss man sich nicht mehr gegenseitig annerven. Ich will mit Menschen zusammenarbeiten, mit denen die Zusammenarbeit eine Freude ist, keine Belastung.

Bei grundsätzlichem Interesse und/oder im Zweifelsfall mich einfach mal anschreiben/sonstwie kontaktieren, nachfragen/kennenlernen kostet und verpflichtet ja erstmal zu nichts. Und ich habs schon öfter erlebt, dass mir jemand zwar am Ende kein Geld gegeben hat, aber wir dafür seit Jahren befreundet sind. Auch schön 🙂