Eine Monatsbilanz: März

Wie angekündigt, stelle ich hier nun eine Monatsbilanz für den Monat März online. Nachdem wohl kaum jemanden jeder kleine Betrag interessieren wird, werde ich die Daten natürlich ein wenig zusammenfassen. In der Bilanz enthalten sind grundsätzlich alle Einnahmen und Ausgaben bis auf Cents genau, zumindest habe ich mich bemüht, alles aufzuzeichnen.

Warum?

Wie ich bereits in früheren Artikeln ausgeführt habe, bin ich zu dem Schluss gelangt, dass mir ein Mehr an Geld (Gehalt, Gewinn, …) ab einer gewissen Grundversorgung kaum eine erhöhte Zufriedenheit bringen wird, das Gefühl, etwas zu tun, was für mich und andere sinnvoll ist, aber sehr wohl. Die Frage, die sich hier stellt, ist jene, welcher Betrag dieser „Grundversorgung“ tatsächlich entspricht. Ich würde nicht so weit gehen, Geld an sich aufzugeben, wie es andere praktizieren, weil vor allem komplexere Produkte wie Laptops auf alternativem Wege vermutlich relativ kompliziert zu beschaffen sind. Aber den Anteil der über die Geldwirtschaft abgewickelten Transaktionen zu reduzieren und, wo möglich, durch alternative Möglichkeiten zu ersetzen, erscheint mir sinnvoll. Je weniger Geld ich ausgebe, desto weniger abhängig bin ich davon, mir dieses Geld erst verdienen zu müssen. Ein bewussterer Umgang mit Einnahmen und Ausgaben sollte dies erleichtern.

Wie?

Über einen Monat lang habe ich alle Einnahmen und Ausgaben akribisch in einer Excel-Datei notiert, um am Ende des Monats eine Bilanz auswerten zu können. Wo gebe ich unnötig Geld aus? Wie kann ich dieses Geld einsparen, in dem ich alternative Möglichkeiten ausschöpfe, dasselbe Ziel zu erreichen? Wie kann ich durch mein Verhalten Ausgaben vermeiden, ohne meine Lebensqualität dadurch einzuschränken? Wie kann ich zusätzliche Einnahmen schaffen? In diesem ersten Monat habe ich mich bemüht, den Impuls, gleich alles, was mir auffiel, auszubessern, unterdrückt, weil ich eine ehrliche Bilanz wollte. Im nächsten Monat will ich versuchen, einige Ideen umzusetzen, um am Ende des zweiten Monats vergleichen zu können, was die Ideen bringen.

Die Bilanz

Meine monatlichen Fixausgaben belaufen sich auf 405,77€, bestehend aus der Miete, der Handyrechnung sowie zwei Versicherungen (mein Bus und eine Unfallversicherung). An variablen Kosten (431,91€) stellen den Großteil Essen (118,93€ direkt und 78,86€ für Essen gehen) und Transport (118,96€). Einmalige Ausgaben in diesem Monat waren Textilfarben und Pinsel, um mein Bunterrichten-T-Shirt zu gestalten (mit Socken und den T-Shirts dazu um 69,13€) sowie eine CD vom Libro um 9,99€. Fürs Fortgehen brauchte ich 19,10€, und neben einigen kleineren sonstigen Kosten habe ich augenscheinlich auch 1,57€ einem Obdachlosen gegeben.

An Einnahmen habe ich neben der Schülerhilfe (270€) noch 84,18€ mit Straßenmusik eingenommen, wobei ich nur vier Mal gespielt habe und zwei Mal davon mit anderen, was den Ertrag entsprechend gemindert hat.

Strategien für den nächsten Monat

Mir ist zuvor gar nicht aufgefallen, wie oft ich im letzten Monat Essen gegangen bin. Weil auswärts zu essen unter anderem auch eine soziale Funktion erfüllt, will ich es nicht ganz aufgeben, aber auf 1x/Woche einschränken. Zudem will ich mir meine schlechte Angewohnheit abgewöhnen, ständig diese nachgemachten Prinzenrollen vom Hofer zu kaufen und auf einen Sitz zusammenzuessen, weswegen ich mir vornehme, selbst keine Süßigkeiten mehr zu kaufen. Dies bedeutet nicht, dass ich keine von anderen annehmen darf oder mir selbst keine Kuchen oder Ähnliches machen kann.

Vor allem die Prinzenrollen-Einschränkung fällt mir in diesen ersten Tagen des neuen Monats nicht einfach, und nicht irgendwo einzukehren oder sich mal kurz ein Leberkäsesemmerl genehmigen zu müssen, bedeutet ein wenig organisatorischen Aufwand, damit man nicht in eine Situation kommt, in dem der Hunger die Vorsätze überwältigt. Bisher jedoch lief alles gut und ich freue mich bereits auf morgen, wenn ich mich zu Mittag mit einem Freund treffe und mit ihm bewusst Essen gehe. Die letzten Tage habe ich wieder viel mehr selbst gekocht als im letzten Monat, was mir neben dem Effekt, dass es gesünder und günstiger ist, auch sehr viel Freude bereitet.

Einnahmeseitig möchte ich öfter Straßenmusik machen, wobei das Problem zu lösen ist, dass mich die Fahrt nach Wels und zurück auch Geld kostet. Möglicherweise findet sich doch eine Lösung, in Linz spielen zu können. Ich bin gerade am Kontakte knüpfen, um in Linzer Restaurants oder Bars spielen zu können, das würde mir den Weg (und damit die Kosten) ersparen.

Ziele für den nächsten Monat

Ich möchte versuchen, über ein wenig Zurückhaltung und besserer Planung meine Ausgaben um mindestens 100 Euro zu senken. Vor allem über Einsparungen beim auswärts Essen sollte sich da einiges machen lassen. Einnahmeseitig möchte ich da die Nicht-Schülerhilfe-Einnahmen auf mindestens 150 Euro bringen, was mit ein wenig mehr Straßenmusik durchaus als machbar erscheint. Ob sich diese Ziele umsetzen lassen, wird sich am Ende des Monats zeigen.

Abschließendes

Auch, wenn es auf den ersten Blick ziemlich aufwendig erscheint, habe ich das Gefühl, dass meine Monatsbilanz durchaus Sinn für mich haben kann. Der tatsächliche Aufwand beläuft sich nach dem Einrichten der Excel-Datei auf das Eintragen weniger Einnahmen/Ausgaben pro Tag, was bei regelmäßigen Eintragungen in wenigen Minuten erledigt ist. Für die Auswertung habe ich mir heute eine halbe Stunde Zeit genommen. Wenn es tatsächlich möglich ist (das sehen wir nächsten Monat), durch diese Art der Selbst-Bewusstseinsbildung Ausgaben zu senken und Einnahmen zu erhöhen, kann ich diese Monatsbilanz einem Jeden, der daran Interesse hat, nur weiterempfehlen.

Falls jemand von euch eine Excel-Vorlage dafür haben möchte, schreibt mir einfach eine Email an die unter Kontakt angegebene Adresse, ich helfe euch dann gerne dabei 🙂

Niklas

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