Wer sich nun fragt, was denn bitte Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Online-Marketing zu tun haben soll, dessen Verwunderung ist durchaus berechtigt – wird diese Kombination doch ├╝blicherweise kaum so verwendet.

Warum sie trotzdem Sinn ergibt, will ich im Folgenden zeigen:

  • Nachhaltigkeit im Sinne der Kunden-Bindung
  • Nachhaltigkeit im Sinne der Kosten
  • Nachhaltigkeit im Sinne der “Umweltverschmutzung des Internets”

Nachhaltigkeit im Sinne der Kundenbindung

In dem mein bunterrichten-Zugang das Ziel von der Erreichung m├Âglichst gro├čer Zahlen potentiell passender Kunden weg verschiebt zum Aufbau von stimmigem Kontakt zu den Kunden, mit denen man gerne zusammenarbeitet, steigt die Chance, dass diese Kunden a) in Zukunft erneut beim H├Ąndler/Dienstleister ihres Vertrauens kaufen und/oder ihn ihren Freunden/Bekannten weitererz├Ąhlen.

Dieser Vorgang selbst ist zwar nicht mit Hilfe der sonst ├╝blichen Analyse-Methoden (= ├ťberwachungs-Methoden, wenn wir es ehrlich eingestehen) messbar, aber seine Effekte sind sp├╝rbar.

Ein Kunde, f├╝r den ich einen Teil seiner Webseite auftragsgem├Ą├č ├╝bersetzte, fragte mich daraufhin, ob ich auf Live-├ťbersetzungen per Skype anbieten w├╝rde. W├Ąhrenddessen er darauf wartete, dass ein Programm etwas berechnete, half er mir nebenbei bei einem technischen Problem hier auf meiner Seite, obwohl er mich f├╝r meine Zeit bezahlte. “Normalerweise kostet dich das 80ÔéČ/h”, meinte er mit einem Grinsen. Ein anderer Kunde, dem ich ├╝ber Skype Deutsch beibringe, f├╝hrt mit mir nebenbei eine beinahe tagt├Ągliche hochphilosophische Diskussion auf Englisch, die wir beide sehr genie├čen.

Stimmigen Kontakt zu praktizieren, transzendiert die Beziehung Anbieter-Kunde, und macht aus zahlenden Kunden ber├╝hrende Subjekte, mit denen man gerne Zeit verbringt, w├Ąhrend man dabei auch noch f├╝r seine Aktivit├Ąten bezahlt wird.

Siehe auch -> Strategie

Nachhaltigkeit im Sinne der Kosten

Eine Web-Pr├Ąsenz zu erstellen und aufrechtzuerhalten verursacht sowohl einmalig wie auch laufend Kosten an Zeit und Geld, und an der falschen Stelle zu sparen, kann massive langfristige Kosten verursachen.

Nachhaltigkeit im Sinne der Kosten bedeutet f├╝r mich, klar zu kommunizieren, was den Kunden einmalig wie langfristig an Kosten erwarten wird, und ihm zu helfen, diese so niedrig wie m├Âglich zu halten, indem er einfache Aufgaben selbst zu erledigen lernt, und zunehmend unabh├Ąngiger wird. Nachhaltig ist f├╝r mich nur eine Arbeitsbeziehung, die ├╝ber die gesamte Dauer eine Win-Win-Situation darstellt.

Im Idealfall ist die Beziehung zum Kunden eine, an die der Kunde im Nachhinein gerne zur├╝ckdenkt, und an die er im Bedarfsfall ankn├╝pfen kann, was aber (aufgrund guter Arbeit w├Ąhrend der Arbeitsbeziehung) nur selten notwendig ist.

Siehe auch -> Webseiten-Erstellung

Siehe auch -> Content-Produktion

Nachhaltigkeit im Sinne der “Umweltverschmutzung des Internets”

Suchmaschinen funktionieren nach einer ihnen eigenen Logik. Sie werden um so h├Ąufiger genutzt, je besser die Ergebnisse zu dem passen, was Nutzer suchen, und je h├Ąufiger sie genutzt werden, desto m├Ąchtiger werden sie. Dies erzeugt in Suchmaschinen wie Google die Intention, dem Nutzer m├Âglichst gute und passende Ergebnisse zu seinen Suchanfragen zu liefern.

Weil die Aufmerksamkeits-Spanne und Geduld des durchschnittlichen Nutzers eher sinkt als steigt, entsteht ein massiver Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Webseiten-Betreibern, m├Âglichst einer der ersten Suchergebnisse zu sein. Die Kriterien, nach denen Suchmaschinen wie Google diese Webseiten reihen, sind im Hinblick auf das Ziel, dem Suchenden m├Âglichst passende Webseiten anzubieten, oft sehr gut ausgew├Ąhlt. In einer Welt, in der alle Mitbewerber streng nach den Regeln spielen w├╝rden, w├╝rde sich die jeweils passendste Webseite f├╝r die jeweilige Suche durchsetzen.

Aber Menschen sind Menschen, und bis auf eine kleine Anzahl an besonders charakterstarken Exemplaren schummeln Menschen wohl einfach gerne – vor allem, wenn es a) kaum negative Konsequenzen zu f├╝rchten gibt, und b) es im Grunde alle tun, was es immer unrealistischer macht, dass jemand, der fair spielt, in diesem Spiel gewinnen kann. Was ist denn auch schon dabei, wenn einer sich einen klitzekleinen Vorteil verschafft…?

Nun, bl├Âderweise verh├Ąlt es sich dabei ├Ąhnlich wie bei der typischen Entstehung eines Verkehrsstaus. Baustelle, Fahrbahn nur noch eine statt zwei Streifen. Streng nach Vorschrift w├╝rde jetzt ein Rei├čverschluss-System die effizientere Variante sein, da durchzukommen. Aber nein, ein paar Schlauf├╝chse (ziemlich viele) glauben, sie w├Ąren wichtig genug, eine Ausnahme darzustellen, und nach kurzer Zeit meldet das Radio 5km Stau vor Hamburg oder sonstwo.

├ähnlich das Internet: es f├Ąllt tats├Ąchlich kaum auf, wenn einer f├╝r sein Produkt auf Amazon 2-3 Fake-Bewertungen hinzuf├╝gt, um es besser darstellen zu lassen, als es ist. Oder einen Blog erstellt, den er mit relativ sinnlosem Content f├╝llt, nur um Backlinks auf seinen eigentlichen Haupt-Blog zu erzeugen, der mit der Wiederholung der ├ťbung und mit der Zeit zur Seite mit hoher Autorit├Ąt aufsteigt, von der aus Backlinks auf andere Seiten das Google-Ranking beeinflussen, so dass diese Backlinks nun verkauft werden k├Ânnen. Macht ja nichts, denkt sich der Betreiber des Haupt-Blogs – nur ist er leider nicht mehr alleine damit.

Das Internet f├╝llt sich zunehmend mit Fake-Bewertungen und Fake-Inhalten, die nicht einmal mehr das Ziel haben, Menschen und ihre Meinungen zu beeinflussen, sondern Suchmaschinen. Fr├╝her ging das noch ganz gut ├╝ber automatisierte Algorithmen (die z.B. vollautomatisch Fake-Blogs “bev├Âlkern” konnten), heutzutage sind Clickworker (Menschen, die man reativ anonym f├╝r Mini-Jobs bezahlt) die schlauere Wahl, weil ihre “Arbeit” menschlicher wirkt und schwerer von Suchmaschinen-Filtern erkannt werden kann.

Es wird wohl fr├╝her oder sp├Ąter der Tag kommen, an dem der erste aufstehen wird und schreit: So geht’s nicht weiter, ├Ąhnlich wie vor einigen Jahrzehnten die ersten auf die m├Âglichen Folgen schrankenloser Umweltverschmutzung aufmerksam machten. Das Internet ├Ąhnelt der Umwelt ja in der Hinsicht, dass man die langfristigen Folgen seines Tuns oft nur schwer in seiner Gesamtheit absch├Ątzen kann.

Vielleicht ist es an der Zeit, auch aus diesem Grund zu beginnen, aktiv und bewusst auf Manipulation zu verzichten.

Wer sich dar├╝ber mit mir austauschen m├Âchte oder sogar dar├╝ber nachdenkt, seine zuk├╝nftige Webseite mit mir gemeinsam zu erstellen – gerne. Einfach unverbindlich Kontakt aufnehmen, und wir finden heraus, ob sich daraus eine m├Âgliche Win-Win-Zusammenarbeit ergibt.