Hallo liebe bunterrichten-Freunde,

es gibt so einiges zu erzählen – hier eine erste Übersicht:

Komplett-Überarbeitung der Webseite

So manchem wird wohl schon aufgefallen sein, dass sich die bunterrichten-Webseite im Laufe der letzten Wochen stark verändert hat. Das wird auch in Zukunft noch so weitergehen, aber der größte Brocken ist erstmal geschafft.

Wer den Verlauf nachvollziehen möchte, kann dies hier tun. Das ist der Link zum Anfang einer Artikel-Serie, innerhalb der ich einige Hintergrund-Informationen zum Prozess zusammengeschrieben habe. Mag ja den einen oder anderen interessieren.

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Mein erstes Buch: “Barfuß führt dein Weg dich weiter”

Die wichtigste Neuigkeit, oder zumindest die, auf die ich am meisten stolz bin: in gut 4 Wochen erscheint mein erstes Buch! Es trägt den stolzen Titel “Barfuß führt dein Weg dich weiter”, und wenn man den vielen Testlesern glauben darf, ist es “verdammt gut” geworden 🙂

Im Laufe der nächsten Wochen werde ich dann über diesen Newsletter jeweils 2 Geschichten aus dem Buch veröffentlichen, eine davon mit Illustration meiner lieben Freundin Kordula, die einige der Geschichten für das Buch illustriert hat.

Hier gleich mal die ersten zwei, zum Vorfreude wecken:

#Niemand hätte etwas tun können

#12 Niemand hätte etwas tun können

Er war ein Niemand der Straße. Einer der Gesichtslosen, die der unaufmerksame Passant sofort als Penner aus seiner Wahrnehmung verbannte. Der gedankenverloren Melodien aus besseren Tagen nachsann und sich selbst auf seiner alten, nicht mehr stimmbaren Gitarre begleitete.

Lange schon hatte er verstanden, dass es ohnehin niemanden interessierte, wie gut er spielte oder wie genau er einen Ton traf. Manche warfen ihm etwas in den Hut, andere gingen achtlos an ihm vorbei, aber was er tat, interessierte niemanden. Das Geld, das gerade eben zum Besänftigen des Hungers reichte, bekam er bedingungslos. Alles, was er darüber hinaus brauchte, etwa um die Miete für ein Zimmer zu bezahlen oder gar so etwas wie tatsächlich beachtet zu werden, war ihm seit zu vielen Jahren verwehrt geblieben, als dass er sich noch Hoffnungen darauf machte.

Umso mehr verwunderte es ihn nun, als er aufblickte und ein junges Mädchen mit vielleicht neunzehn Jahren vor sich stehen sah. Eine Weile lauschte sie still seiner Musik, und fast fühlte er so etwas wie eine Verbindung zwischen ihnen aufkommen.

Doch das war natürlich lächerlich. Das Mädchen war gut gekleidet, kam sichtlich aus einem völlig anderen Umfeld als er selbst. Vielleicht war sie eine Sozialarbeiterin, die ihm eine Freude machen wollte. Eigentlich war es ihm ja auch gleichgültig. Er spielte, sie hörte zu, und der Regen, der auf das Wellblech seines Unterstandes trommelte, lieferte den Rhythmus für seine Melodien.

Erst als sie bereits lange gegangen war, kam ihm ein Gedanke, für den sein sozial eingerostetes Empfinden zu lange gebraucht hatte, ihn zu formen, als dass er noch etwas unternehmen hätte können: Nur ein Mal in seinem Leben hatte er solch traurige Augen an solch einem Kind gesehen. Es war eine Traurigkeit gewesen, die ihn trotz all der Jahre der Lethargie nun in einer Weise zu überfluten drohte, wie es der nie zu enden scheinende Regen niemals vermocht hatte.

Es waren dieselben Augen wie damals gewesen. Damals, als er zu beschäftigt gewesen war, in diese Augen zu blicken, um das drohende Ende zu sehen. Er hätte sie retten können, damals. Hätte seine Frau retten können, und sich selbst mit ihr. Doch er war zu beschäftigt gewesen. Nun lag sie unter der Erde, und er war von einem Jemand zu einem Niemand geworden.

Ein Niemand, der gerade die Chance, den Fehler seines Lebens wiedergutzumachen, verstreichen lassen hatte, weil er die Kluft zwischen diesem Kind und sich selbst als zu weit gewähnt hatte. Es waren dieselben Augen gewesen. Augen, die still nach Hilfe schrien. Sie war zu ihm gekommen, weil sie sich in seinen Augen erkannte.

Überall glaubte er nun sie zu sehen, als Schatten im Nebel, entlang der Ufer des Flusses stehen, bereit, sich hineinzustürzen, oder auf den Schienen liegend. Er rief in die Dunkelheit, verfolgte Schatten, doch er wusste, dass er sie nicht finden würde.

In ein paar Tagen würde er in einer der Gratis-Zeitungen lesen, dass ein junges Mädchen tot aufgefunden worden war, aus gutem Hause, ohne ersichtlichen Grund, und Tage darauf würde die Welt sie vergessen haben. Doch ihn würden diese Augen verfolgen, wohin er auch wanderte.

Denn zum ersten Mal seit Jahren hätte Niemand etwas tun können.

Diese und mehr Geschichten findest du in meinem Buch “Barfuß führt dein Weg dich weiter”.

#42 Das Amulett

„Möge es dich begleiten“, hatte der Freund gemeint, und ihm das Amulett in die Hand gedrückt, „ich habe es dir aus Nepal mitgebracht“. Es war nicht irgendein Mann gewesen, sondern derjenige, dessen Geschichten ihn stets beeindruckt hatten. Geschichten von fernen Ländern, von sozialen Projekten.

Es war der Mann gewesen, der „Ingenieure ohne Grenzen“ ins Leben rufen wollte, eine Schwesterorganisation der bekannten Ärzte ohne Grenzen, die freiwillige Ingenieure aller Nationen um sich versammeln würde, um in ärmeren Ländern für eine flächendeckende Versorgung mit Wasser, Strom und weiterer Infrastruktur zu sorgen.

Alle paar Monate jedoch würde er zurückkehren, zu jenem Ort, an dem sich ihre Wege immer wieder aufs Neue zu kreuzen pflegten. Nun würde er wieder für einige Monate abreisen, und den Jüngeren träumend zurücklassen, selbst ebenso eines Tages die Welt zu verändern.

Jeden Morgen, wenn er aufwachte, würde er es nun um seinen Hals fühlen, das Amulett des Älteren, und von einer Zukunft träumen, in der er selbst einer jener Männer sein würde. Sein Geist begleitete ihn durch den Tag, leitete ihn durch schwierige Entscheidungen, war da für ihn wie ein gütiger Vater. Lange hörte er nichts von dem Anderen, und doch fühlte er sich nicht allein gelassen, fühlte sich beschützt, begünstigt, beinahe auserwählt. Hatte nicht er jenes Amulett erhalten, war es nicht seine Bestimmung, dem Älteren nachzufolgen, Großes zu leisten?

Und so hatte er dann auch seine Ängste überwunden, war in die Ferne gereist, um das Leid mit eigenen Augen zu sehen, von dem der Freund so oft gesprochen hatte. Es war nicht genug, sich über etwas zu beschweren. Nein, er würde handeln, würde helfen, würde heilen und gesund machen. Also bereiste er ferne Länder, gab den Armen und suchte ihre Nähe. Suchte, einer von ihnen zu werden, auf dass er sie aufrichten, dass er ihnen Hoffnung schenken konnte.

Das Amulett war immer bei ihm, schenkte ihm Kraft, wo der Wille schwach zu werden drohte. Was war sein Leid gegen das Leiden der mittellosen Massen, was war seine selbstgewählte Marter gegen die Machtlosigkeit der Trostlosen? Er war so schwach, so lächerlich schwach angesichts des Leids, das ihm entgegenschwappte! Sein Wille musste eisern sein, durfte die Hoffnung nicht aufgeben, musste den Massen ein Leuchtfeuer der Hoffnung im Dunkel ihrer Armut sein.

Und so lernte er mit der Zeit, das Leiden auszuhalten, ihm zu widerstehen und den Massen zu helfen. Sich und ihnen geistige Freiräume in ihrer Not zu schaffen, von denen aus sie ihr Schicksal in die Hand nehmen konnten. In einem umgebauten Bus fuhr er in die Favelas, um den Armen Träume zu schenken.

Als er Jahre später wieder zu jenem Ort, an dem er einst das Amulett erhalten hatte, zurückkehrte, wirkte er gezeichnet von seinen Erfahrungen in der Fremde. Doch die Jahre hatten ihm auch tiefe Lachgrübchen geschenkt, und sein Schritt, nun etwas gefestigter, war von kraftvoller Federung.

Kaum jemand erkannte in ihm noch den Jüngling von einst mit der unsicheren Stimme und den verträumten Augen. Das Lederband, mit dem er das Amulett einst um seinen Hals befestigt hatte, war gerissen, das Amulett verloren, doch der Geist des Älteren noch lebendig wie am ersten Tag.

Und so war es für ihn ein Schock, den Anderen so an jenem Ort wiederzutreffen, an dem er vor so vielen Jahren einst das Amulett erhalten, das ihn auf seinen Weg gebracht hatte. Der alte Freund, der ihm den Weg gewiesen, wirkte verstört, sein Blick war gehetzt und der untere Teil seines Gesichtes auf seltsame Art und Weise nach vorne verschoben.

Er hatte genügend Zeit in den Untiefen der Favelas verbracht, um zu erahnen, was geschehen war. Irgendwann auf seiner Reise musste der Ältere den gefährlichen Lockungen erlegen sein, die ihm von Entspannung und Frieden flüsterten. Opium vielleicht. Oder Heroin. Seine Hand umklammerte das kleine Halsband in der Tasche, das er von dem Artensano in Bolivien für den Freund erstanden hatte, und das er dem großen Vorbild als Zeichen seiner Dankbarkeit hatte schenken wollen.

Als er es dem Älteren umlegte, klärten sich die Wolken in dessen Augen für kurze Zeit. Ein Lächeln zog sich über sein Gesicht, als er die Lachgrübchen des Jüngeren ausmachte.
„Danke, dass du mich wieder zu lachen gelehrt hast“, sagte der Ältere.
„Danke, dass du mich einst zu leiden gelehrt hast“, erwiderte der Jüngere.

Und zusammen staunten sie über die unergründlichen Kreisläufe des Lebens, die sie beide, das Leiden und das Lachen, immer wieder zusammenzuführen pflegte.

Diese und mehr Geschichten findest du in meinem Buch “Barfuß führt dein Weg dich weiter”.

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So, das wars erstmal von mir. Bis bald!
Niklas

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