So, nun hat es doch um einiges länger gedauert, bevor ich wieder dazu komme, den nächsten Newsletter auszuschicken. So einiges ist passiert, und auch die (nahe) Zukunft sieht mittlerweile sehr ansprechend aus. Aber der Reihe nach 🙂

Buch-Verkäufe/Rückmeldungen bisher sehr gut

  • Ich habe überrascht festgestellt, dass ich offensichtlich eine Funktion bei Amazon aktiviert habe, die es einem jeden ermöglicht, die eBook-Version unbegrenzt kostenlos zu lesen. Je nach Anzahl der gelesenen Seiten bekomme ich dann aus einer Art Fond anteilig Tantiemen ausbezahlt. Also die Info gerne auch weiterleiten! Man kann kostenlos das ganze Buch lesen, auch wenn man keinen Kindle besitzt! Es gibt dazu eine Art Browser-Kindle-Reader, den man über Amazon nützen kann.Wobei natürlich die Taschenbuch-Variante um einiges lässiger ist, und mit 15€ ist die ja auch durchaus leistbar.
  • 99 Menschen haben die 5 Tage-kostenlos-downloaden-eBook-Aktion im November genutzt. Auch wenn damit mein Ziel von 100 verfehlt wurde, darf man wohl durchaus zufrieden sein 🙂
  • Seit Verkaufsstart habe ich >60 Exemplare des Buches verkauft, zum größten Teil direkt. Zumindest derzeit kommt es auch weiterhin alle paar Tage vor, dass jemand ein weiteres Exemplar haben will. Damit sind meine Druckkosten schon nach 2 Monaten zum Großteil abgedeckt.
  • Die Rückmeldungen zum Buch sind durch die Bank sehr positiv, und es wird offensichtlich auch weiterempfohlen.
  • Was leider noch nicht so klappt, ist das Hinterlassen von Amazon-Rezensionen, obwohl ziemlich viele gemeint habe sie machen das gerne. Wobei mir auch rückgemeldet worden ist, dass einige das Buch wie einen guten Wein genießen – in kleinen “Schlucken”, um jede Geschichte auch gut “einwirken” zu lassen. Möglicherweise sind die meisten auch schlicht noch nicht “durch” mit dem Buch. Wobei ich diese z.B. schon ziemlich genial fand (Auszug hier):Eine Schatzkiste voller Erfahrungen und Erlebnissen, zumeist aus einer fast neutralen Erzählperspektive geschildert, gibt dem Leser genau deshalb umso mehr Raum, SICH selbst einzuschwingen, hinein zu versetzen, sich wieder zu finden… in all die kleinen, oftmals unauffälligen, leisen Geschichten, die das Leben eben so schreibt.Das Erstlingswerk des jungen Autors hat bei mir daheim einen fixen Platz auf meinem Nachtkästchen gefunden. Da darf es nun liegen und wirken. Ich lese – mit Bedacht – nur ab und an eine der vielen Geschichten. Ärgere mich manchmal über gewisse „Enden“…weine vor Freude, mich verstanden zu sehen…spüre Traurigkeit und Schmerz…lache laut auf, weil Menschen ja wirklich manchmal so extrem komisch und seltsam handeln, denken, fühlen.Niklas Baumgärtlers Sprache empfinde ich persönlich als einzigartige Mischung aus märchenhaft blumig und knallhart analytisch.

    Meine 18jährige Tochter hat auch schon darin geschmökert und vor allem die Story „Ein kleines grünes Pony“ bot uns beiden die Gelegenheit, generationsübergreifend über Frauenthemen zu diskutieren…abendfüllend und schön.

    Deshalb meine ich, dass das Buch geeignet ist für Leser im Alter von 18 bis 105. Zirka.
    Habt Freude daran, ich lege es euch wärmstens ans Herz!”

     

  • Nach einigen Lesungen, die auch gut angekommen sind, spiele ich gerade mit dem Gedanken, mittelfristig einige der Geschichten “vorzulesen” und in der Form auf YouTube zu stellen. Falls da jemand Lust hat, sich stimmlich zu beteiligen: sehr gerne! Einfach melden 🙂

Tai Chi Kurs im FreiRaumWels wird gut angenommen

  • Der Tai Chi-Kurs, den ich im FreiRaumWels kostenlos anbiete, wird gut angenommen, auch wenn aufgrund der Feiertage bisher nur 2 Termine stattgefunden haben. Der nächste Termin ist der Montag, 21.1. um 18:30. Wenn alle kommen, die bisher schonmal da waren oder sich vorangemeldet haben, sind wir mit mir dann schon zu 7.
  • Nächste Woche startet dann auch der Kurs für Mitarbeiter einer Bank. Wer für seine Mitarbeiter auch einen buchen will – einfach kontaktieren.

Aufnahme von 13 eigenen Songs

  • Diese Woche war meine Schwester für zwei Tage zu Besuch und wir haben ziemlich nonstop 13 unserer selbst geschriebenen Songs aufgenommen. Einige erste Rückmeldungen von Freunden/Bekannten denen ich die Aufnahmen zukommen habe lassen sind sehr positiv.
  • Deswegen werde ich im Laufe der nächsten Wochen/Monate wohl die Aufnahmen über YouTube zur Verfügung stellen. Ihr findet die entsprechenden Links dann auf der Bunterrichten-FB-Seite. Kann aber noch ein wenig dauern, ich mach grad ziemlich viel gleichzeitig, und das hat gerade nicht oberste Priorität.

Neue Artikel/Geschichten

Zwei weitere Leseproben aus dem Buch

Heute mal zwei sehr Mut-Macher-Geschichten, auch weil sie thematisch meine letzten paar Wochen schön wiederspiegeln. Und nochmal der Link zum Buch, wo man es kaufen bzw. auch einfach online lesen kann:

#16 Verbindungsprobleme

#16 Verbindungsprobleme

Es begann harmlos in der Straßenbahn. Eine junge Frau, ganz ins Gespräch mit einer Freundin vertieft, war beim Aussteigen in die sich bereits schließende Schiebetür geraten. Doch anstatt sich zu ärgern, lachte sie darüber und brachte ihn damit selbst zum Schmunzeln. Für den kurzen Moment, indem sie sich nun so gegenseitig anlächelten, bevor die Menge an missmutigen Menschen hinter ihr sie aus seiner Sicht schob, fühlte er ein Gefühl von Verbundenheit mit dieser jungen Frau. Für den Bruchteil einer Sekunde waren sie Vertraute, fühlten sich weniger allein im Strudel der Zivilisation.

Noch den ganzen Tag über fühlte er die Nachwirkungen dieses kurzen Zusammentreffens. Erst am nächsten Tag erkannte er an dem Fehlen des Gefühls der Geborgenheit, wie einsam er sich tagtäglich eigentlich inmitten all dieser Menschen fühlte.

Doch die Begegnung mit dieser jungen Frau, die er möglicherweise nie wieder sehen würde, hatte ihn tiefer berührt, als ihm anfangs bewusst war. Seine Schritte wurden sicherer, sein Gang aufrechter, und er fand plötzlich, inspiriert von dieser Begegnung, auch in sich den Mut, den Passanten in die Augen zu sehen. Viele wichen seinem Blick verschämt aus. Andere jedoch nahmen die Einladung an, und ihre Gesichter hellten mit dem seinen auf. Je öfter er Menschen ein Lächeln schenkte, desto wohler wurde ihm ums Herz, desto verbundener fühlte er sich mit der Welt, die ihn umgab.

Es war fast, als wäre der Schleier der Zivilisation von der Welt gefallen, um das wahre Antlitz der Menschen, die sich in ihr tummelten, zu enthüllen. Das Lächeln, das er aussandte, kam in vielen Nuancen zu ihm zurück. So manches Mal war es ein Ausdruck reinster Freude, manchmal melancholisch, und manchmal erzählten ihm die Augen der Lächelnden Geschichten von höchster Not und Verzweiflung. Und doch war ein jedes Lächeln ihm lieb, ihm kostbar, weil es eine Verbindung schuf, die Freude verdoppelte und Leid leichter ertragen ließ. Es war ein beinahe göttliches Geschenk, und er ein Prophet, der es verkündete und unter die Menschen brachte.

Einst, als er aus seinem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kannte, ausgezogen war, um in die Stadt zu ziehen, hatte er lernen müssen, dass die Städter irritiert reagierten, wenn er sie grüßte und anlächelte. Hatte gelernt, sich an die unnahbare Masse anzupassen. Nun, innerlich gefestigt durch die Verbundenheit, die er durch die Masken der Passanten erspürt hatte, hatte sich etwas in ihm verändert.

Und ausgehend von diesem jungen Mann, der tagein, tagaus durch die Straßen der Stadt zog, entstand bald eine regelrechte Lawine. Langsam, fast unmerklich, einer nach dem anderen, legten die Städter ihren schweren Panzer ab und begannen, fast schüchtern, Kontakt mit ihren Mitmenschen aufzunehmen. Die Gespräche in den öffentlichen Verkehrsmitteln wurden häufiger, die Hilfsbereitschaft nahm zu, und die Menschen wirkten glücklicher.

Die junge Frau hatte er nie wieder gesehen. Doch ihr Lächeln, Geschenk eines Augenblicks, verließ ihn nie mehr. Und mit einem jeden Augenpaar, das sich mit dem seinen traf, verstand er besser. Dass er nicht der einzige war, der den inneren Ruf vernommen hatte. Dass es wohl in einem jeden Menschen eine leise Stimme gab, die ihn die Liebe zu seinen Mitmenschen fühlen ließ.

Und obwohl es ebenso in einem jeden Menschen die Stimme der Angst gab, die ihn davor zurückschrecken ließ, seine Mitmenschen, seinen Nächsten, wirklich zu lieben: Ein jedes Lächeln hatte die Macht, die feine Balance zwischen Liebe und Angst zugunsten der Liebe zu verändern. Hatte die Macht, die Angst zu überwinden, die die Menschen voneinander trennte, um zwischen ihnen Brücken der Begegnung zu erbauen.

Und damit die Macht, in vielen kleinen Augenblicken die Welt zu verändern.

#95 Inseln im Alltag

Gegen sechs Uhr zogen die beiden los. Der eine hatte sich zurechtgemacht, Jeans, Sakko, schön gestriegelt, gepflegt. Hatte sich eine schwarze Kiste umgeschnallt, die er nun abwechselnd laut lachend und vorsichtig auftretend – sichtlich nervös – über die Brücke trug. Der andere, im Kontrast, mit weit hinabhängenden Hosen, gemütlichem Pullover und der charakteristischen Halskette aus geschliffenem Holz. Sorgfältig auftretend, das Gewicht des Rucksacks und der länglichen schwarzen Tasche tänzelnd mit seinen nackten Füßen ausbalancierend, scherzte auch er mit dem Freund. Sie hatten sich erst vor einigen Wochen zum ersten Mal getroffen und auf Anhieb verstanden. Nun war die Zeit reif, sich auch kennenzulernen.

Während der Freund sich neben eine ältere Dame auf eine der zahlreich vorhandenen Bänke setzte, durchsuchte er seinen Rucksack. Natürlich hatte er in seiner Vorfreude wieder einmal nicht daran gedacht, Papier mitzunehmen, auf dem genug Platz war. Glücklicherweise fand er einen Klebestreifen und fertigte kurzerhand selbst eine Lösung. Ein paar alte Farbstifte waren alles, was zusätzlich noch notwendig war. Am Ende nutzte er den übrig gebliebenen Platz auf dem mit Hilfe des Klebestreifens kunstvoll vergrößertem Papier, um noch einen lachenden Smiley hinzuzufügen. Die ältere Dame blickte dem Treiben interessiert zu und ließ sich den Plan erklären. Sie könne zwar nur ein bisschen Englisch, aber „Hugs“ sei definitiv nicht richtig, das würde niemand verstehen, meinte sie. Und ob der junge Mann mit seinem improvisierten Free-Hugs-Plakat denn schwul sei, dass er bereit war, wildfremde Männer einfach so zu umarmen?

Etwa zwei Minuten später kamen ein älterer Herr und eine Frau auf ihn zu und umarmten ihn überschwänglich. Ein kurzes Gespräch später hatte er eine Visitenkarte des Mannes und eine Einladung zu einem Symposium in seiner Tasche verstaut. Eine Frau stoppte ihr Rad, umarmte ihn und erzählte, sie hätte so einen langen Tag gehabt, das wäre das Beste, was ihr heute noch hätte passieren können. Eine Gruppe für den Durchschnittseuropäer schwer dem korrekten Lande zuordbarer Asiaten passierte ihn in höflichem Sicherheitsabstand. Blieb dann einige Meter entfernt stehen, zückte kollektiv diverse Handys und Tablets und schickte diejenige junge Frau, die sich am wenigsten dagegen wehrte, für eine Umarmung zu ihm, während der Rest der Gruppe die Begegnung johlend filmte. Immer wieder kamen junge Frauen und Männer aus dem nahen McDonalds-Restaurant gerannt und wollten ihn ebenso umarmen.

Die ältere Dame war mittlerweile verschwunden (wohl auch, da ihre Argumente, niemand würde „Hugs“ verstehen und man müsse schwul sein, das zu machen, nicht mehr haltbar schienen) und der Freund mittlerweile aufgestanden. „Komm, trau dich, so unentschlossen herumstehend siehst du noch viel dämlicher aus!“, meinte er lachend zu dem gestriegelten Freund. Zwei Minuten später waren es nun zwei junge Männer, die in den nächsten Stunden Momente der Innigkeit, des Innehaltens mit Fremden wechselten. Manche der Umarmten suchten danach rasch das Weite, fast beschämt über ihren Mut, andere blieben eine Weile und ließen sich auf ein Gespräch ein.

Zwei junge Mädchen und ein Junge blieben am längsten, und als er meinte, es würde langsam dunkel und niemand könne die Plakate mehr lesen, waren sie begeistert, als aus den schwarzen Taschen Musikinstrumente zum Vorschein kamen. Über eine Stunde spielten sie noch gemeinsam Lied über Lied, bis es spät geworden war und ein aus vollen Kehlen gebrülltes „I wü ham noch Fürstenföd!“ das Ende ankündigte. Herzlich verabschiedete man sich voneinander, tauschte Kontaktdaten aus, freute sich auf ein mögliches baldiges Wiedersehen. Erst jetzt erkannten sie, dass sie bislang voneinander nicht einmal die Namen gewusst hatten.

Aber auf den Inseln im Alltag herrschten eben andere Gesetze.

 

Ich hoffe ihr hattet auch einige schönen Wochen bisher – meine waren trotz einer etwas hartnäckigen Erkältung großteils super 🙂
Bis zum nächsten Mal!

Niklas

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