So, der Newsletter hat doch lĂ€nger gedauert als gedacht – die letzten Wochen waren ziemlich voll. Aber dann halt erst jetzt 🙂

1. Das Buch! Das Buch!

So, es ist soweit: endlich ist mein Buch Barfuß fĂŒhrt dein Weg dich weiter auch offiziell erschienen 🙂

Lesung

Am 24.11. gabs dazu im FreiRaumWels eine Lesung, ein kleines Konzert von meiner Schwester Eva und mir und danach noch einen feinen Abend im CC, wo u.A. meine liebe Lisi (Kellnerin) durchs Mikro meinte, es sei eines der besten BĂŒcher, die sie im Laufe der letzten Jahre gelesen hĂ€tte. Yay!

Bis 29.11. gibts noch die Chance, das eBook kostenlos ĂŒber Amazon zu “kaufen”. Mehr dazu hier.

Das Buch war auch gleich am ersten Tag mal auf Rang 2 bzw. 5 in zwei der Amazon-Kategorien. Aktuell sind wir auf 7 bzw. 12, da geht noch was.. wer mich unterstĂŒtzen will, hier einige Möglichkeiten, je nach eigenen Ressourcen:

  • Das Buch bestellen
  • Das eBook bestellen (ist bis 29.11. sogar noch kostenlos, also auch fĂŒr finanziell chronisch knappe möglich)
  • Anderen davon erzĂ€hlen
  • Eine Amazon-Rezension schreiben
  • Den entsprechenden FB-Link teilen.

Danke fĂŒr jede Hilfe – und viel Freude beim Reinlesen!

1.1 Weitere Leseproben aus dem Buch

Bis zum 29.11. ist ohnehin das eBook kostenlos ĂŒber Amazon bestellbar, das ist wohl die ausfĂŒhrlichste Leseprobe ĂŒberhaupt. Aber fĂŒr die, die diese Email nicht rasch genug geöffnet haben, hier trotzdem eine kleine Geschichte aus dem Buch:

#114 Die Kunst der Begeisterung

#114 Die Kunst der Begeisterung

Fern von hier lebt eine junge Frau in einem etwas seltsam anmutenden Haus. Es ist irgendwie nicht so ganz gerade geworden, das Haus, man könnte sagen: windschief, Die meisten Menschen, die daran vorbeigehen, können vor Neugier gar nicht anders, als stehenzubleiben und hineinzusehen. Manchmal haben sie dann GlĂŒck, und die junge Frau fĂŒhrt sie durch das Wunder, in dem sie viele ihrer Tage verbringt. Nein, gebaut hat sie es nicht, dieses Haus. Und trotzdem scheint sie es beinahe zu atmen.

Wenn sie dann diesen seltsamen Ort wieder verlassen, fĂŒhlen die Besucher oftmals noch eine Art „Nachklingen“, nur ohne einen dazugehörigen Ursprungston gehört zu haben. Als wĂŒrde etwas von diesem Haus, von dieser Umgebung, sich an ihnen festgehaftet haben. Ein Gedanke, eine Idee – vielleicht auch eine Möglichkeit? Aber mit der Zeit verblasst ihnen dieses GefĂŒhl, und sie kehren zurĂŒck in die so wohlbekannte Welt ihres Alltags, vergessen diesen Ort und seine so sonderbare Bewohnerin. Denn sonderbar, so wirkt sie wohl, jene junge Frau. Als wĂ€re sie die rechtmĂ€ĂŸige Erbin dieses Hauses, obwohl erdacht von einem anderen Geist, in anderen Zeiten, fĂŒr andere Zwecke. Als wĂŒrde sie sich diesen Ort angeeignet, Teil von ihm geworden sein. Verwurzelt.

Vielleicht ist es diese Art von Verbundenheit, die dem zufĂ€lligen Besucher als erstes auffĂ€llig wird, dieses so sonderbare Fehlen von Distanz zwischen der jungen Frau und jenem Ort, diese Art von Hingabe, von Eins-Werdung. Wie liebevoll sie mit der Pflanze spricht, die sie gerade gießt, mit dem Habicht, der ĂŒber dem Tal seine Schwingen ausbreitet, sogar mit dem Raum selbst – beinahe möchte man glauben, sie wĂŒrde tatsĂ€chlich Antworten erwarten, wĂŒrde tatsĂ€chlich mit allem um sie herum kommunizieren, seien es Tiere, Pflanzen, RĂ€ume, Orte. Wenn sie lapidar erzĂ€hlt, sie hĂ€tte vor einigen Tagen eine kiloschwere Schiefer-Platte aus dem nahegelegenen Fluss den ganzen Weg hierhergeschleppt, weil sie sich von ihr.. angesprochen gefĂŒhlt habe.. und der Besucher dieselbe Schieferplatte nun am KĂŒchentisch in fĂŒr das Auge kaum ertragbarer Schönheit als Fundament einer Art von Gesamtkunstwerk wiedererkennt.. man möchte beinahe glauben.. ebenso sehen..

Aber natĂŒrlich siegt am Ende doch meist die Vernunft, die eine rote Linie an der Grenze zum Unbelebten zieht. Mit Tieren, mit Pflanzen sprechen, nun, das mag noch angehen, was weiß die Wissenschaft schon auszuschließen, dass nicht auch Tiere und Pflanzen kommunizieren, und jemand nicht mit viel Geduld und EinfĂŒhlungsvermögen ihre Sprache erlernen kann? Aber mit Steinen, RĂ€umen, Orten? Das geht dann doch zu weit. Diese Grenze zu ĂŒberschreiten hieße der eigenen VerrĂŒcktheit TĂŒr und Tor zu öffnen.. und wo kĂ€me man denn da noch hin, diese inneren wie Ă€ußeren Pforten aufzustoßen?

Die junge Frau aber sieht den verwirrten, an Verzweiflung grenzenden Blick des Besuchers und erkennt mit einem Hauch von Heiterkeit und wehmĂŒtiger Erinnerung ihr frĂŒheres Ich in jenen Augen. Bietet dem jungen Mann Tee an, bereits wissend, dass er ablehnen und diesen Ort so rasch er kann kopfschĂŒttelnd verlassen wird. Vielleicht wird es ihm möglich sein, niemals wiederzukehren. Ihr war dieser einfache Ausweg nicht vergönnt gewesen. Als sie zum ersten Mal den „Geist“ eines Raumes wahrgenommen, seine BedĂŒrftigkeit nach höherer Ordnung, ja beinahe nach Liebe gespĂŒrt hatte, zum ersten Mal be-geistert gewesen war von einem Ort, der Andeutung eines GegenĂŒbers, nur dunkel erahnend, dass sie – noch fast blind – einer Quelle nachspĂŒrte, die von Menschen ĂŒber den ganzen Erdball und aller Menschenalter gesucht worden war, hatte sie noch nicht so recht gewusst, was sie erwarten wĂŒrde. Weiß es bis heute nicht – folgt im Grunde nur stets aufs Neue in lichteren Momenten dieser leisen Ahnung, dass sie sich auf einem richtigen Weg befindet.

Manchmal, selten, erfĂŒllen sie dann doch Zweifel. Wer bin ich denn, was bin ich wert im Spiegel der Welt? Und dann fragt sie sich, wie sie sich und der Welt wohl beweisen könne, dass sie auch wirklich begeistert sei, von Geist erfĂŒllt. Und weiß doch – als ungeborene Gewissheit, noch ohne es sich und anderen eingestehen zu können – dass diese Art von Geist und Intuition sich eben gerade nicht beweisen, vorfĂŒhren, in Formen pressen und verkaufen lĂ€sst. Dann quĂ€lt sie sich, der Illusion der Notwendigkeit folgend, jemand anderes zu sein, ein Spiegel fĂŒr die Welt des Normalen, um die Menschen im Außen nicht verwundern zu mĂŒssen, ihnen nicht Wunder zu sein. Will untergehen in einem Meer der Gleichartigkeit und GleichgĂŒltigkeit.

Denn sie praktiziert eine sterbende Kunsttradition, und weiß es.

Und doch ist es gerade diese Seltenheit, diese Besonderheit ihres Erlebens, der ihr neben all dem Schmerz der Vereinzelung auch eine Verantwortung aufbĂŒrdet, die Aufgabe, eben nicht aufzugeben. Es gibt nur noch so wenige von uns, dass die Entscheidung eines jeden einzelnen zĂ€hlt.

Die Kunst der Begeisterung ist eine lebensspendende Kunst. Ohne sie stirbt uns unsere Umgebung aus dem Bewusstsein hinfort. Andere mögen abbilden, sichtbar machen, die Begeisterung jedoch stellt den Ursprung, den ersten Riss in der Mauer zwischen uns und der Welt dar. Sie erschafft das Leben nicht, aber macht es uns erst lebendig erfahrbar.

Was also ist sie wert im Spiegel der Welt, diese sonderbare junge Frau? Viel, sagen diejenigen, die sie im Ansatz ihrer Tiefe kennengelernt haben. Wenig bis nichts, eine Nummer in einer Statistik, sagt eine Gesellschaft, die es im AngefĂŒhl der SĂ€ttigung versĂ€umt hat, jene anzuerkennen, die sie mit Lebendigkeit versorgen. Aber Menschen machen auch nur einen verschwindend geringen Anteil all derer aus, mit denen sie tagtĂ€glich zu tun hat.

„Ich liebe es, dich zu wĂ€rmen“, erzĂ€hlt ihr morgens die Sonne.
„Ich liebe es, dich mit meinem Gesang zu wecken“, der Vogel, der unter dem Dachbalken wohnt.
„Ich liebe es, in deinem wallenden Haar zu spielen“, der Wind.
„Ich liebe es, deine Seele zu tragen“, singt der Waldboden ihr sein Lied.
Und wieder verklingen all die anklagenden Stimmen, sie solle doch endlich erwachsen werden, sich einen Job suchen, im steten Strom der Gezeiten, und eine heitere, wohlige Gelassenheit erfasst sie.
Wenn ihr nur wĂŒsstet..          
Ja, wenn all jene nur wĂŒssten, sehen, spĂŒren könnten.. wenn man nun auch andere begeistern könnte, lehren könnte? Das, so fĂŒhlt sie nun, das wĂ€re nun wirklich große Kunst.. eine Lebensaufgabe.. vielleicht, so beginnt sie nun zu ahnen, ist es nicht die meine, mir noch quĂ€lend einen Job zu suchen, wo doch tagtĂ€glich mich findet, was zu tun bereit und notwendig sich anfĂŒhlt, um die Lebendigkeit zu erhalten..

NatĂŒrlich hat sie den Gedanken nicht bis zur letzten Konsequenz zu Ende gefĂŒhrt. Sie mag etwas Besonderes sein, an ein Wunder grenzen, ist aber doch einem allzu menschlichen Sein entwachsen, und in all den Zweifeln und Achtlosigkeiten verwurzelt wie andere Menschen ebenso. Und doch.. ist sie eine sehr außergewöhnliche junge Frau. Vielleicht wird der Tag noch kommen, an dem sie ihre Geschichte umzuschreiben bereit ist, und statt nur ein „Wenn ihr nur wĂŒsstet..“  zu denken mit sicherer Stimme sprechen kann: „Seht!“

2. Veranstaltungen/Kurse

2.1 MĂŒhelos durch den Alltag mit Tai Chi & Co (kostenlos)

Weil ich ab Mitte JĂ€nner einen bezahlten Kurs dazu anbiete und vorher noch ĂŒberprĂŒfen möchte, ob meine ErklĂ€rungen auch gut verstĂ€ndlich sind, ist dieser Kurs fĂŒr euch kostenlos/spendenbasiert.

Wir alle kennen sie, die guten Tage. An denen alles wie von selbst funktioniert. Aber auch jene, an denen alles mĂŒhsam erscheint. Woran liegt das?

Die Antwort ist in unseren selbst-blockierenden Glaubens-SĂ€tzen zu finden. Über uns selbst. Unseren Körper. Beziehungen zu anderen Menschen. Unserer Umwelt.

Basierend auf den Prinzipien der Kampfkunst Tai Chi werden wir mit alternativen GlaubenssĂ€tzen experimentieren, die die Erreichung des „Flow“-Zustandes unterstĂŒtzen statt behindern. Ziel ist eine zunehmende praktische Umsetzung der Prinzipien in alltĂ€glichen Bewegungen und Interaktionen.

Wo: Im FreiRaumWels
Minimale Teilnehmer-Anzahl:
2
Kosten: keine (aber der FreiRaumWels & ich freuen sich ĂŒber Spenden)
Bei Interesse bitte bei mir mit Kontakt-TelNr. voranmelden
(auch damit ich bei Nicht-Zustandekommen rechtzeitig absagen kann – danke!):

niklas@bunterrichten.com
0660/8769955

Achtung: am 25.12. und am 1.1. findet (wenig ĂŒberraschend) kein Termin statt!

2.2 Technisches Grundlagenwissen Webseiten & Online-Marketing, einfach erklÀrt

Im Grunde handelt es sich dabei um eine Art erweiterten Crashkurs zu dem Thema, dem ich dem ösb angeboten habe – er wurde abgelehnt. Das bedeutet, ihr dĂŒrft mich nun bei Interesse dafĂŒr direkt bezahlen. 200€/Nachmittag.

Oder aber ihr redet euch zusammen und ĂŒberzeugt das ösb davon, das doch anzubieten. Nur so als Idee 😀

3. Neue BeitrÀge/Artikel/Geschichten

So, das wars, Zeit fĂŒrs Bett 😀

Niklas

(Vergessen dazuzuschreiben: wer dies ĂŒbers Handy liest, muss fĂŒr den Newsletter etc. oben auf den Kompass klicken, um ihn zu sehen!!!)

Schönen Sonntag!

Weil dieser Newsletter auch als Mail an allerhand ebenso ĂŒbermotivierte SelbststĂ€ndige aus den UGP-Seminaren rausgeht, dieses Mal eine besondes an SelbststĂ€ndige gerichtete Version.

So habe ich nicht nur 2 Geschichten aus meinem Buch ausgewĂ€hlt, die mit dem Thema SelbststĂ€ndigkeit zu tun haben. Sondern auch noch mein ursprĂŒngliches Angebot basierend auf diversen RĂŒckmeldungen etwas verfeinert, um zusĂ€tzliche BedĂŒrfnisse/Gegebenheiten vor allem auch neuer SelbststĂ€ndiger mit einzubeziehen.

Die Idee ist entstanden, in Wels eine Art Unternehmer-Stammtisch ins Leben zu rufen. Einige haben bereits gemeint, es wĂ€re ihnen recht, zur Abwechslung mal Vormittags-Termine anzubieten. Jetzt geht es darum, passende Termine zu finden. ZusĂ€tzlich noch die Idee eines  “Online-Stammtisches”.

Außerdem vor allem fĂŒr Unternehmer interessant, die sich in einem Feld bewegen, in dem AuthentizitĂ€t eine große Rolle spielt, etwa Coaching, Therapie, …: die Option, mein Buch “Barfuß fĂŒhrt dein Weg dich weiter” als ZwischenhĂ€ndler mit 20% Provision weiterzuverkaufen.

Wer Interesse daran hat und wessen Unternehmen auch thematisch so halbwegs dazu passt: Ich wĂŒrde gerne Verlinkungs-Kooperationen mit anderen feinen Menschen eingehen: eine gegenseitige Verlinkung unserer Webseiten. Das hilft beiden, weil Suchmaschinen beide Seiten fĂŒr relevanter halten und entsprechend weiter nach oben reihen. Wer da Interesse hat, bitte ebenso Kontakt aufnehmen, wir klĂ€ren dann Details.

Hier eine kleine Übersicht ĂŒber diesen Beitrag/Newsletter (man kann auf die Punkte klicken, um direkt zum jeweiligen Bereich zu gelangen)

1. ZusÀtzliche Angebote zu nachhaltigem/authentischem Marketing

Unter anderem biete ich jetzt nach einigen Anfragen auch die “Verdichtung” von noch schwammigen Konzepten auf marketing-taugliche Texte/Bilder an, die Erstellung einer gĂŒnstigeren AnfĂ€nger-Webseiten-Variante sowie fĂŒr Selber-Macher einen Crashkurs ĂŒber alles, was man wissen sollte, bevor man eine Webseite selber aufsetzt. Mehr dazu hier.

Zudem möchte ich auch nochmal auf meine kleine Serie zur Erstellung einer Webseite mit dem CMS WordPress hinweisen, da kann man den ungefÀhren Prozess anhand meiner eigenen Webseite nachvollziehen.

2. Unternehmer-Stammtisch in Wels: RĂŒckmeldungen zu Terminen erbeten!

Es haben sich nun bereits einige interessiert an meiner Idee gezeigt, in Wels einen regelmĂ€ĂŸigen (Jung-)Unternehmer-Stammtisch aufzubauen. Mit dem FreiRaumWels ist dafĂŒr auch ein geeigneter Raum vorhanden, der kostenlos genutzt werden kann und den ich bereits (mit positiver RĂŒckmeldung) angefragt habe.

Nach bisherigen RĂŒckmeldungen besteht – vor allem auch bei Alleinerziehenden, die an den sonst oft angebotenen Abend-Terminen selten können – Interesse daran, ein alternatives Angebot an Vormittagen aufzubauen.

Nun brauche ich von euch (und anderen Interessierten, ihr könnt ja auch anderen davon erzĂ€hlen) die RĂŒckmeldung, welche Tage sich dafĂŒr fĂŒr euch besonders eignen wĂŒrden. Kontrolliert dafĂŒr bitte auch, ob der FreiRaumWels zu diesen ZeitrĂ€umen auch noch nicht belegt ist, das könnt ihr hier ĂŒberprĂŒfen. RĂŒckmeldungen bitte per Mail oder sms, Kontaktdaten findet ihr auf meiner Webseite rechts oben unter dem Foto.

Kommen (mit mir) 3+ Interessierte zusammen, die sich auf einen ersten Termin einigen können, können wir loslegen. Ich glaube, dass es uns gut tun wird, uns auch außerhalb der ösb-Seminare gegenseitig zu unterstĂŒtzen und weiterzuhelfen.

2.1 “Online-Stammtisch”/Austausch?

Weil ja nicht alle immer nach Wels (oder sonstwohin) kommen können: was haltet ihr davon, zusĂ€tzlich eine Art “Online-Stammtisch” fĂŒr Unternehmer aufzubauen, wo man sich ĂŒber Themen, die einen betreffen, austauschen kann?

Ich denke da einerseits durchaus auch an fachliche Fragestellungen. Aber vor allem auch an die “dunkle Seite” des Unternehmertums, also Ängste, Zweifel usw., ĂŒber die man sich vielleicht in der Öffentlichkeit, wo man sich ja oft auch ein wenig prĂ€sentieren will, nicht so wirklich redet.

Vor allem wenn jemand beruflich/familiĂ€r zeitlich sehr “eingespannt” ist (alleinerziehend z.B.) kann diese Form der Kommunkation als zusĂ€tzliches Angebot möglicherweise sinnvoll sein. Außerdem wĂ€rs dann einfacher, mit all den feinen Menschen, die man in all den Seminaren so kennenlernt, in Kontakt zu bleiben.

Es ist gerade nicht sichtbar geschaltet, aber an sich existiert hier auf dieser Webseite ein Forum, das ich dafĂŒr bereit stellen könnte. Vor einiger Zeit habe ich eine Funktion programmiert, die BeitrĂ€ge in einem bestimmten Unterforum anonymisiert. Das wĂŒrde sich dann auch fĂŒr die “dunklen Seiten” der SelbststĂ€ndigkeit eignen.

Auch hier bitte ich bei Interesse um RĂŒckmeldung, damit ich weiß, an welchen BedĂŒrfnissen ich mich bei der Weiterentwicklung des Ganzen orientieren sollte. Danke!

3. Buch: Barfuß fĂŒhrt dein Weg dich weiter

Einige haben danach gefragt, andere haben zumindest den Testdruck schon gesehen, und einige auserwĂ€hlte Testleser durften es auch schon ganz lesen: am 24.11. wird mein Buch “Barfuß fĂŒhrt dein Weg dich weiter” offiziell erscheinen.

Anfang nĂ€chster Woche werden die letzten RĂŒckmeldungen der 3. Welle an Testlesern eingearbeitet, dann geht es rechtzeitig vor Weihnachten in Druck.

Die bisherigen RĂŒckmeldungen waren durchgĂ€ngig begeistert 🙂

3.1 Erscheinungs-Termin: 24.11.

Am Erscheinungs-Tag findet im FreiRaumWels eine 3-Jahres-Feier des Bestehens statt. Imzugedessen wird es eine Lesung meinerseits zum Buch, ein kleines Konzert (mit meiner Schwester) und diverse andere Angebote wie auch beispielsweise eine offene Jam-Session geben. Einige Instrumente bring ich mit, wer sich und mehr Instrumente/liebe Menschen mitbringen möchte, ist gerne willkommen 🙂

Nach derzeitigem Plan kann die Taschenbuch-Version um 15€/Exemplar erstanden werden – entweder ĂŒber Amazon oder direkt bei mir. Im letzteren Fall verdiene ich erheblich mehr pro Buch, dafĂŒr zĂ€hlt es nicht als “nachvollziehbarer Kauf” bei Amazon, was eine Rezension weniger wertvoll macht.

3.2 eBook fĂŒr 5 Tage kostenlos

Ebenso ab Erscheinungs-Tag ist das Buch fĂŒr 5 Tage ganz legal kostenlos auf Amazon als eBook downloadbar (Link folgt am 24.11.). Es ist mir ein Anliegen, dass möglichst viele Menschen dies mitbekommen, weswegen ich auf Menschen wie dich angewiesen bin, die diesen Beitrag an ihre sozialen Netzwerke teilen bzw. auch so mit Freunden/Bekannten darĂŒber sprechen.

Auf Facebook beispielsweise könnt ihr ganz einfach diesen Link nutzen, um zum entsprechenden FB-Eintrag zu gelangen, den ihr dann mit einem Klick an eure FB-Kontakte teilen könnt.

Wenn du die eBook-Version innerhalb der 5 Tage ĂŒber Amazon kostenlos “kaufst” und dann bei mir direkt die Taschenbuch-Version, dann zĂ€hlt deine Bewertung, als hĂ€ttest du das Taschenbuch ĂŒber Amazon gekauft.

Egal wie sie zustande kommen: Ich brauche eure Hilfe, um möglichst viele Bewertungen auf Amazon zustandezubringen.

Praktischerweise dĂŒrfte das Buch nach den RĂŒckmeldungen meiner Testleser aber ohnehin verdammt gut geworden sein. So sollte sich auf einfache Weise das Angenehme mit dem NĂŒtzlichen verbinden lassen 🙂

3.3 Newsletter

Um den Zeitraum nicht zu verpassen, kannst du dich auch rechts (bzw. wenn du dies ĂŒber dein Handy liest oben, wenn du auf den Kompass klickst) im Newsletter eintragen. Ich informier dann im Abstand von ca. 1-2 Wochen jeweils ĂŒber Neuerungen zum Buch/was sonst interessant sein könnte. Die Mail-Adressen werden von mir nicht weitergegeben, und du kannst dich jederzeit und auf einfache Weise wieder abmelden.

Wichtig: Ich bin ich selbst kein großer Fan von Massen-Mails, weswegen ich all jene, die sich nicht “hĂ€ndisch” im Newsletter anmelden, nur genau 1x anschreiben werde, um sie von der Möglichkeit zu informieren. Dies ist auch deswegen sinnvoll, weil meine Benachrichtungen ansonsten womöglich in deinem Spam-Ordner landen. Bekommst du sie ĂŒber mein Newsletter-System, sollten sie problemlos bei dir ankommen.

3.4 Vorbestellungen

Wer möchte, kann sich das Buch bei mir auch vorbestellen, dazu reicht eine Mail an mich mit Name + Anzahl der gewĂŒnschten Exemplare. Ich informier dann per Mail, sobald sie eingetroffen sind, was vermutlich schon vor dem 24.11. der Fall sein wird. Wir finden dann einen Weg, wie du zu deinen BĂŒchern kommst.

3.5 Weiterverkauf auf Provision

Wer als Unternehmer z.B. in einem Bereich arbeitet, das mit dem Thema des Buches, AuthentizitĂ€t, zu tun hat (ich denke z.B. an Coaches, Energetiker, …) mag vielleicht beim Lesen feststellen, dass das Buch auch den eigenen Kunden gefallen/weiterhelfen könnte.

Du kannst nun sehr freundlich sein und die Interessierten einfach so auf mich und mein Buch aufmerksam machen – oder dabei auch mitprofitieren – wenn du davon ausgehst, dafĂŒr 10 oder mehr Interessenten zu finden.

Das funktioniert folgendermaßen:
  1. Nimm Kontakt mit mir auf und teile mir mit, wie viele BĂŒcher du brauchst (ein Vielfaches von 10, also etwa 10, 20, 30, …).
  2. Du kannst die BĂŒcher entweder selbst abholen oder von mir (innerhalb von OÖ) vorbeibringen lassen.
  3. Je 10 BĂŒcher bezahlst du mir statt 150€ nur 120€, und bekommst eine entsprechende Rechnung.
  4. Ab wann es sich fĂŒr dich rechnet:
    1. Mit jedem weiterverkauften Buch machst du 3€ Gewinn, das ist eine 20% Marge fĂŒr dich.
    2. Anders ausgedrĂŒckt: Ab 8 weiterverkauften BĂŒchern hast du deine Kosten voll abgedeckt. Die 30€ Verkaufspreis der zwei verbleibenden sind fĂŒr dich Reingewinn.

Warum “verschenkst” du 20% deines Umsatzes?

Weil meine persönliche Reichweite in der Verteilung des Buches sehr beschrĂ€nkt ist. Und du mit großer Wahrscheinlichkeit Menschen zu meinem Buch bringen kannst, die ohne dich nie davon hören wĂŒrden.

Auch wenn mein Gewinnanteil/Buch dadurch sinkt, steigt langfristig trotzdem der Bekanntheitsgrad. Und weil ich als Autor Großbestellungen zu gĂŒnstigeren Preisen drucken lassen kann, bleiben mir trotz der 20% fĂŒr dich am Ende noch ein paar Euro/Buch.

Muss ich dazu ein Gewerbe anmelden?

Der Handel mit BĂŒchern fĂ€llt – soweit ich das in der bundeseinheitlichen Liste der freien Gewerbe der WKO ĂŒberblicke – unter das freie Gewerbe Handel. Da du bis zu 30% deines Umsatzes auch in “fremden” freien Gewerben machen darfst, sollten ein paar nebenbei verkaufte BĂŒcher auch rechtlich abgedeckt sein.

Da du von mir eine Rechnung bekommst, kannst du den Einkauf auch als Kosten abschreiben (frag sicherheitshalber nochmal einen Steuerberater, aber mĂŒsste eigentlich gehen). Allerdings musst du natĂŒrlich auch den erzielten Umsatz versteuern.

3.6 Leseproben

Wie schon eingangs angedeutet, dieses Mal einige Leseproben ausgewĂ€hlt zum Thema SelbststĂ€ndigkeit (das Bild – und die anderen, die sich im Buch finden – hat Kordula, eine Freundin, gemalt):

3.4.1 #107 Schamlose erste Schritte

Ein Blick auf den Arbeitsmarkt, ein Blick auf Freunde, Bekannte, Fremde, ein Blick in ihre Gesichter, wĂ€hrend sie frĂŒhmorgens zur Arbeit trotteten, um spĂ€tabends unter dem nebeligen Licht der Straßenlaternen heimzukehren. Wie sie sich ausbrannten in der trĂŒgerischen Flamme ihrer jugendlichen Kraft, zu hoch geschĂŒrt, zu rasch verzehrt, um lange durchzuhalten. Die ausgemergelten Überreste der Glut vergangener TrĂ€ume in den Augen der Alten. Ein Blick in den Spiegel. Noch ist Zeit. Aber die Jahre, sie verrinnen, vergehen, entfliehen! Investieren. Jetzt lĂ€nger arbeiten, spĂ€ter die FrĂŒchte ernten. Sich frei fĂŒhlen. Vielleicht auf Reisen gehen. Irgendwann. Sich etwas erarbeiten.

Ein Blick auf sein Konto: klĂ€gliche Leere. Zeit seines Lebens war es seine Devise gewesen zu geben, sich einzusetzen fĂŒr ein grĂ¶ĂŸeres Ganzes. Geblieben waren BerĂŒhrungen, Momente, Erkenntnisse. Ein seltsames GefĂŒhl von Verlust, der keiner war, wĂ€hrend sich die Anzahl der Ziffern einer Zahl weiter verringerte, der alle Welt grĂ¶ĂŸte Bedeutung zuzumessen schien. Nichts war wirklich gewonnen, nichts verloren, und doch war mit der Verringerung der Zahlen sonderbarerweise ein drĂ€ngendes GefĂŒhl des Verrinnens von Zeit verbunden. Ich muss etwas tun, fĂŒhlte er es in sich aufwallen, und wusste doch nicht so recht, welche Art von Handlung denn nun angebracht sein wĂŒrde. Nur eines fĂŒhlte er deutlich in sich: es war noch nicht genug. Es war noch nicht möglich, sich um Dinge zu kĂŒmmern, die ihn im Moment wirklich interessierten. Zuerst die Arbeit, dann das VergnĂŒgen.

Um seinen rebellierenden Geist zu beschĂ€ftigen, fĂŒtterte er ihn mit einigen Artikeln ĂŒber SelbststĂ€ndigkeit, die ihm das GefĂŒhl vermittelte, etwas Verwertbares zu tun, wĂ€hrend er versuchte, in sich hineinzuspĂŒren. Plötzlich fĂŒhlte er in sich eine fast nicht auszuhaltende Anspannung, fĂŒhlte, wie verkrampft zahlreiche Muskeln, selbst seine Organe in seinem Körper waren. Kein Wunder, dass er sich oft krĂ€nklich fĂŒhlte. Bewegung.

Er schaltete den die letzten Tage beinahe stĂ€ndig benĂŒtzten Laptop aus und fĂŒhlte ein GefĂŒhl der Erleichterung in sich hochschwemmen. Stemmte sich gegen automatisch in ihm aufflammende Impulse, doch zumindest noch die Emails zu checken oder die Nachrichten zu lesen, nahm die SchlĂŒssel und verließ die Wohnung. Erst jetzt fiel ihm auf, dass er seit zwei Tagen nicht mehr in die Öffentlichkeit der Straße getreten war. Einen Moment musste er ĂŒber die AbsurditĂ€t des Gedankens „Darf ich das?“ lachen, bis ihm schmerzlich bewusst wurde, dass er hierbei nur klĂ€glich tatsĂ€chliche Unsicherheit mit Humor zu ĂŒberspielen versuchte. Die Frage war fĂŒr ihn durchaus real, war essentiell: Durfte er das? War es denn nicht seine Aufgabe, zuerst wieder Arbeit, zu einer ProduktivitĂ€t zurĂŒckzufinden? Sollte er sich nicht schĂ€men, immer noch arbeitslos zu sein?

Durch die nĂ€chtlichen Straßen wandelnd, fĂŒhlte er, dass er seiner Verpflichtung zur Scham durchaus nachkam. Senkte den Blick vor Passanten, fĂŒhlte, er habe nichts zu erzĂ€hlen. Und, was machst du so beruflich? war ihm eine Fangfrage, machte ihm Angst. Was hatte er denn zu erzĂ€hlen? Wo war denn nun noch sein Wert? Besser jeglichem Kontakt aus dem Weg gehen.

Schließlich gelangte er an das Ufer des großen Stromes, der die Stadt durchzog, lehnte sich an einen gegen jegliche Vernunft mitten in den Strom gewachsenen Baum. FĂŒhlte seine MĂŒdigkeit, in ihrer IntensitĂ€t weit ĂŒber jener MĂŒdigkeit nach einem langen Tag vollbrachter Arbeit. Sank kraftlos gegen den Stamm des irregeleiteten Baumes, schmiegte seinen RĂŒcken an diesen Riesen, der wohl Zeit seines Baumlebens gegen widrige Strömungen angekĂ€mpft haben mochte. Und doch war er da, ragte in seiner einsamen Schönheit ĂŒber das Wasser. Jemand hatte eine Schaukel an einem Nebenast beschĂ€ftigt, und er konnte vor seinem geistigen Auge lachende Kinder unter dem Baum spielen sehen. Wie oft wohl hatte jener Baum ĂŒber seinen eigenen Wert nachgedacht, sich gefragt, ob es ihm erlaubt sei, hier zu wachsen? Hatte er seinen eigenen Wert anhand einer Tabelle internationaler Holzpreise festgestellt und sich abgemĂŒht, sein Wachstum an edleren Normen zu orientieren? Waren in diesem riesigen Universum tatsĂ€chlich nur die Menschen so dermaßen kompliziert?

Mit den Fingern die raue OberflĂ€che der Rinde nachzeichnend, fĂŒhlte sich plötzlich verbunden mit diesem uralten Giganten. Nun war er also ohne geregelte Arbeit, war ihr durch eine FĂŒgung des Schicksals entwachsen wie dieser Baum seinen BrĂŒdern und Schwestern. Was sollte er seine Zeit darauf vergeuden, den Weg zurĂŒck zu finden, wo ihm doch das Licht der Sonne andere Wege wies? Weil es bequemer ist, schoss es ihm aus den Tiefen seiner PrĂ€gungen, aber nicht einmal der Wahrheitsgehalt dieser Aussage erschien ihm noch wahrscheinlich. Wir lassen uns verarschen, ging es ihm auf, oder wir verarschen andere, nutzen sie aus und fĂŒhlen uns unglaublich intelligent dabei. Aber so oder so entkommen wir der Angst nicht.

Nun konnte er den Gedanken endlich greifen und aufrechterhalten. Ja, verdammt, wir haben alle eine tierisch große Angst. Da liegt der wahre Wert einer geregelten Arbeit. Sie lenkt ab vor der wirklichen Arbeit, die uns erwarten wĂŒrde. Arbeitslos, keine Arbeit, keine Entschuldigungen mehr, sich dieser inneren Arbeit nicht zu stellen. Wir hĂ€tten dann zu viel von jener freien Zeit, die sich Arbeitende vermeintlich immer wĂŒnschen. Er sah ab von dem alten Giganten und wandte sich den anderen BĂ€umen am Ufer zu. FĂŒr einen Moment dachte ich, der Baum ĂŒber dem Fluss sei euch ĂŒberlegen, aber auch das stimmt nicht. Ihr seid auf eure Weise gewachsen, und er nach der seinen. Ihr bearbeitet eure Aufgaben, und ich die meinen.

Es war spĂ€t geworden, doch erst jetzt fiel ihm auf, dass er wohl der einzige Nachtwandler im ganzen Stadtteil sein mochte. Ein leichter Nieselregen zeigte sich im Schein der Straßenlaternen entlang der Uferpromenade. Das Rauschen des Flusses ĂŒbertönte auch noch die letzten Reste der ĂŒblichen akustischen Hintergrundkulisse der Stadt. Seine Einsamkeit in ihrer Tiefe erspĂŒrend, traf er unerwartet auf festen Grund, ihn und die Begrenztheit seiner Gedanken und Ängste erschĂŒtternd, öffnend, einatmend die Welt um ihn herum, und fĂŒr einen kurzen Moment lösten sich die Schleier von seinen Augen. Er fĂŒhlte sich eins mit dieser ihm so fremden Welt, durchschaute die Illusion ihrer Unterschiede, dann jedoch ausatmend, Trennung, Isolation wiedererfahrend. Staunend löste er seine Hand vom Stamm des alten Baumes, sich erinnernd der Weisheiten, von denen ihn seine Ängste abzuhalten pflegten.

Die Angst, die Hast, das GefĂŒhl der Dringlichkeit, sie wĂŒrden wiederkehren wie sie es immer zu tun pflegten, doch fĂŒr einen beinahe heiligen Moment hatte er sich un-bestimmt, frei gefĂŒhlt. Und auch wenn der Alltag jene Momente rasch mit dem Zauber des Vergessens zu bedecken pflegte, wĂŒrde er ihn in sich aufbewahrt wissen, von ihm zehren können in den dunklen Stunden der Ungewissheit und der Nebel, die vor ihm lagen – nun da er die ausgetretenen Pfade seiner Mitmenschen auch offiziell verlassen hatte.

„Wissen Sie, ich gehe tatsĂ€chlich keiner geregelten Arbeit nach“, sagte er gedankenverloren, doch da war niemand, der ihn hĂ€tte hören können. Und nach einer kurzen Nachdenkpause fĂŒgte er hinzu: „Aber wer will das schon?“
Die Nacht schwieg in Zustimmung.          

3.4.2 #86 IntegritÀt

Es war seltsam, wie ihm dieses Wort nun immer hĂ€ufiger in den Sinn kam, war es doch ein Wort, mit dem er sich ansonsten selten beschĂ€ftigt hatte, dessen tieferen Sinn er als ohnehin gegeben angenommen hatte. Doch nun, erschĂŒttert von inneren Zweifeln, wie weit IntegritĂ€t ihn bisher getragen, wie weit sie ihn wohl noch tragen wĂŒrde, tauchte es immer wieder unvermittelt auf. Bisher, so erkannte er jetzt, war es noch immer irgendwie gutgegangen. Vielleicht hatte er einfach GlĂŒck gehabt, oder die Alternativen gar nicht in ErwĂ€gung gezogen. Hatte ihn ein nicht angreifbarer, weil impliziter naiver Glauben an das Gute im Menschen weitergetragen, vor den Konsequenzen weitreichender Entscheidungen beschĂŒtzt.

Seit er 14 war, hatte er nicht mehr gelogen, aber es anderen im Zweifelsfall nachgesehen, wenn sie den Verlockungen ihrer „NotlĂŒgen“ erlagen. Sie hatten eben nicht das GlĂŒck gehabt, die Konsequenzen unwahren Handelns schon in jungen Jahren so intensiv erleben zu dĂŒrfen wie er, waren wohl noch am Weg. Aber nie hatte er in Zweifel gezogen, dass sie sich auf einem Weg befanden, und noch weniger die Richtung dieses Weges, die die Mehrheit der Menschen zu wĂ€hlen pflegte. Doch nun, zum ersten Mal in seinem Leben, regte sich nagender Zweifel in ihm. Was, wenn er seine Entscheidungen, sein Handeln auf Illusionen baute?

„Das ist eben so“, hatte der Freund gesagt, und: „es ist sinnlos, da Energie zu verschwenden oder ĂŒberhaupt darĂŒber nachzudenken. Kein Wunder, dass du so oft krank bist. Das macht kein anderer Mensch. Schau, dass du deinen Job bekommst, und dann kannst du vielleicht irgendwas machen. Da muss man einfach durch.“

Doch wer war man noch, nachdem man „durch“ gegangen war, durch jene Maschine? Was hatte man noch zu geben, wenn man aufgab, woran man glaubte, um an jene Position zu gelangen, von der aus man glaubte, gestalten zu können?
„Du denkst zu viel nach“, hatte der Freund darauf nur gemeint, „das tut dir nicht gut, kostet nur unnĂŒtze Energie. Alle anderen machen es ja auch!“

Alle anderen? Nein, er kannte Menschen, die integer waren, die verlÀsslich waren, auf die man vertrauen konnte. Aber waren sie nur die Ausnahme der Regel gewesen, wie der Freund behauptet hatte? War es wirklich so irrational in dieser Welt, das Richtige zu tun, weil es einem im Grunde nur Nachteile brachte? War die Welt im Grunde schlecht, oder wurde sie, wie die Àlteren Mitglieder der Gesellschaft gerne zu behaupten pflegten, tatsÀchlich immer schlechter?

Es war, wie er nach einigen Tagen eines psychisch-seelischen Ausnahmezustandes feststellte, an ihm selbst, diese Frage fĂŒr sich zu beantworten und mit den Konsequenzen zu leben. Ja, das System, in das er sich begeben wĂŒrde, belohnte Unaufrichtigkeit mehr als IntegritĂ€t. Aber keine bösartige Macht hatte es verbrochen, nur die Folge eines kraftlosen Glaubens, der sich aus der RealitĂ€t ableitete, anstatt die RealitĂ€t den Hoffnungen eines starken Glaubens anzunĂ€hern.

Glauben. Es war seltsam, dieses Wort in sich zu spĂŒren, als gehöre es zu ihm. Hatte er doch seit vielen Jahren keine Kirche mehr freiwillig besucht, nachdem er als Kind erkannt hatte, wie unwahrscheinlich ihm die Geschichten ĂŒber Gott erschienen. Aber den Glauben, wenn schon nicht an einen Gott, dann zumindest an die Menschen oder zumindest das Potential, das Göttliche im Menschen, den hatte er sich bewahren können. Gott als Projektion selbst war ihm irrelevant geworden. Aber die Idee, etwas zu dienen, das grĂ¶ĂŸer war als man selbst, die Bereitschaft, die sofortige eigene Befriedigung einem grĂ¶ĂŸeren Zusammenhang unterzuordnen, war fĂŒr ihn die Grundlage dessen, was die Menschen „Hoffnung“ zu nennen pflegten.

Gab es nur ihn alleine, hatte er nur Verantwortung fĂŒr sich alleine zu tragen, war er in Wahrheit allein in dieser Welt, so war es tatsĂ€chlich unsinnig, den eigenen Vorteil fĂŒr das Wohl aller in Frage zu stellen, wie der Freund behauptet hatte. Aber so sehr ihn manchmal die Furcht ĂŒbermannte, ihn prĂŒfte, ihn in die dunkle Nacht des Glaubens warf, so wusste er auch, dass er niemals ganz alleine sein wĂŒrde, solange er noch zu hoffen wagte, zu vertrauen wagte. Vertrauen, das hatte etwas mit trauen zu tun, mit Mut, aber auch mit Bindung, und er fĂŒhlte sich seinen Mitmenschen verbunden, auch wenn er oft Schwierigkeiten hatte, ihre Liebe anzunehmen. Doch darum ging es nur am Rande.

An erster Stelle ging es um die ErfĂŒllung einer heiligen Pflicht, die ihm sein Glaube auferlegte: an den guten Willen der Menschen zu glauben, selbst wenn nichts in der Welt noch auf ihn hinweisen wĂŒrde. Denn Glaube war mehr als nur Illusion, ein Glaube, der stark war und sich auf IntegritĂ€t stĂŒtzte, war fĂ€hig, die RealitĂ€t der „Illusion“ anzunĂ€hern. Es gab keine Medaillen, keine Belohnungen fĂŒr diese heilige Pflicht, nur die Gewissheit, seinem Gewissen zu folgen, das GefĂŒhl, ganz zu bleiben, sich nicht aufteilen, zersplittern, verkaufen zu mĂŒssen.

Nein, IntegritĂ€t war nicht mehr gegeben gewesen, war kein Fixum mehr, sondern eine tagtĂ€gliche Entscheidung, ein tagtĂ€glicher Kampf geworden. Aber es war ein heiliger Kampf, ein wilder, zornig ausgetragener und doch heiliger Kampf, der ihn Ă€ngstigte, niederwarf, Schmerz fĂŒhlen und bluten ließ. Der ihn daran erinnerte, dass es noch etwas zu verlieren gab, dass es noch Werte in ihm gab, die sich zu verteidigen, fĂŒr die es sich zu kĂ€mpfen lohnte, kostbarstes Gut aller GĂŒter.

Nun, auftauchend aus dem Nebel der angeblichen Notwendigkeiten und ZwĂ€nge, sah er wieder klar: die Nacht war vorĂŒber. Die ersten Sonnenstrahlen lockten, die ersten Knospen brachen durch das Eis, und eine wunderbare Lebendigkeit kam ĂŒber ihn: der herrliche Duft des FrĂŒhlings wehte erneut in seinem Herzen.

 

… wenn dir diese Leseproben gefallen hat, findest du noch mehr in der Liste bisheriger Newsletter, in den Newslettern der nĂ€chsten Wochen (dazu einfach auf www.bunterrichten.com gehen und dich dafĂŒr anmelden) – oder eben im Buch selbst.

Einen farbenfrohen Sonntag wĂŒnscht dir
Niklas

Hallo liebe bunterrichten-Freunde,

es gibt so einiges zu erzĂ€hlen – hier eine erste Übersicht:

Komplett-Überarbeitung der Webseite

So manchem wird wohl schon aufgefallen sein, dass sich die bunterrichten-Webseite im Laufe der letzten Wochen stark verĂ€ndert hat. Das wird auch in Zukunft noch so weitergehen, aber der grĂ¶ĂŸte Brocken ist erstmal geschafft.

Wer den Verlauf nachvollziehen möchte, kann dies hier tun. Das ist der Link zum Anfang einer Artikel-Serie, innerhalb der ich einige Hintergrund-Informationen zum Prozess zusammengeschrieben habe. Mag ja den einen oder anderen interessieren.

Achtung: alle bisherigen Abonnenten werden in den nĂ€chsten Tagen in die Mail-Liste des neuen Newsletters ĂŒbertragen, die alten Beitrags-Benachrichtigungen verfallen. Du bekommst damit nicht mehr sofort eine Mail, wenn ein neuer Beitrag einer bestimmten Kategorie erscheint, sondern stattdessen 1x alle 1-2 Wochen eine Art “Zusammenfassung” des Geschehens. Man kann sich wie bisher einfach ĂŒber den Link in der Mail davon abmelden, wenn man keine Benachrichtigungen mehr erhalten möchte.

Mein erstes Buch: “Barfuß fĂŒhrt dein Weg dich weiter”

Die wichtigste Neuigkeit, oder zumindest die, auf die ich am meisten stolz bin: in gut 4 Wochen erscheint mein erstes Buch! Es trĂ€gt den stolzen Titel “Barfuß fĂŒhrt dein Weg dich weiter”, und wenn man den vielen Testlesern glauben darf, ist es “verdammt gut” geworden 🙂

Im Laufe der nĂ€chsten Wochen werde ich dann ĂŒber diesen Newsletter jeweils 2 Geschichten aus dem Buch veröffentlichen, eine davon mit Illustration meiner lieben Freundin Kordula, die einige der Geschichten fĂŒr das Buch illustriert hat.

Hier gleich mal die ersten zwei, zum Vorfreude wecken:

#Niemand hÀtte etwas tun können

#12 Niemand hÀtte etwas tun können

Er war ein Niemand der Straße. Einer der Gesichtslosen, die der unaufmerksame Passant sofort als Penner aus seiner Wahrnehmung verbannte. Der gedankenverloren Melodien aus besseren Tagen nachsann und sich selbst auf seiner alten, nicht mehr stimmbaren Gitarre begleitete.

Lange schon hatte er verstanden, dass es ohnehin niemanden interessierte, wie gut er spielte oder wie genau er einen Ton traf. Manche warfen ihm etwas in den Hut, andere gingen achtlos an ihm vorbei, aber was er tat, interessierte niemanden. Das Geld, das gerade eben zum BesĂ€nftigen des Hungers reichte, bekam er bedingungslos. Alles, was er darĂŒber hinaus brauchte, etwa um die Miete fĂŒr ein Zimmer zu bezahlen oder gar so etwas wie tatsĂ€chlich beachtet zu werden, war ihm seit zu vielen Jahren verwehrt geblieben, als dass er sich noch Hoffnungen darauf machte.

Umso mehr verwunderte es ihn nun, als er aufblickte und ein junges MĂ€dchen mit vielleicht neunzehn Jahren vor sich stehen sah. Eine Weile lauschte sie still seiner Musik, und fast fĂŒhlte er so etwas wie eine Verbindung zwischen ihnen aufkommen.

Doch das war natĂŒrlich lĂ€cherlich. Das MĂ€dchen war gut gekleidet, kam sichtlich aus einem völlig anderen Umfeld als er selbst. Vielleicht war sie eine Sozialarbeiterin, die ihm eine Freude machen wollte. Eigentlich war es ihm ja auch gleichgĂŒltig. Er spielte, sie hörte zu, und der Regen, der auf das Wellblech seines Unterstandes trommelte, lieferte den Rhythmus fĂŒr seine Melodien.

Erst als sie bereits lange gegangen war, kam ihm ein Gedanke, fĂŒr den sein sozial eingerostetes Empfinden zu lange gebraucht hatte, ihn zu formen, als dass er noch etwas unternehmen hĂ€tte können: Nur ein Mal in seinem Leben hatte er solch traurige Augen an solch einem Kind gesehen. Es war eine Traurigkeit gewesen, die ihn trotz all der Jahre der Lethargie nun in einer Weise zu ĂŒberfluten drohte, wie es der nie zu enden scheinende Regen niemals vermocht hatte.

Es waren dieselben Augen wie damals gewesen. Damals, als er zu beschÀftigt gewesen war, in diese Augen zu blicken, um das drohende Ende zu sehen. Er hÀtte sie retten können, damals. HÀtte seine Frau retten können, und sich selbst mit ihr. Doch er war zu beschÀftigt gewesen. Nun lag sie unter der Erde, und er war von einem Jemand zu einem Niemand geworden.

Ein Niemand, der gerade die Chance, den Fehler seines Lebens wiedergutzumachen, verstreichen lassen hatte, weil er die Kluft zwischen diesem Kind und sich selbst als zu weit gewÀhnt hatte. Es waren dieselben Augen gewesen. Augen, die still nach Hilfe schrien. Sie war zu ihm gekommen, weil sie sich in seinen Augen erkannte.

Überall glaubte er nun sie zu sehen, als Schatten im Nebel, entlang der Ufer des Flusses stehen, bereit, sich hineinzustĂŒrzen, oder auf den Schienen liegend. Er rief in die Dunkelheit, verfolgte Schatten, doch er wusste, dass er sie nicht finden wĂŒrde.

In ein paar Tagen wĂŒrde er in einer der Gratis-Zeitungen lesen, dass ein junges MĂ€dchen tot aufgefunden worden war, aus gutem Hause, ohne ersichtlichen Grund, und Tage darauf wĂŒrde die Welt sie vergessen haben. Doch ihn wĂŒrden diese Augen verfolgen, wohin er auch wanderte.

Denn zum ersten Mal seit Jahren hÀtte Niemand etwas tun können.

Diese und mehr Geschichten findest du in meinem Buch “Barfuß fĂŒhrt dein Weg dich weiter”.

#42 Das Amulett

„Möge es dich begleiten“, hatte der Freund gemeint, und ihm das Amulett in die Hand gedrĂŒckt, „ich habe es dir aus Nepal mitgebracht“. Es war nicht irgendein Mann gewesen, sondern derjenige, dessen Geschichten ihn stets beeindruckt hatten. Geschichten von fernen LĂ€ndern, von sozialen Projekten.

Es war der Mann gewesen, der „Ingenieure ohne Grenzen“ ins Leben rufen wollte, eine Schwesterorganisation der bekannten Ärzte ohne Grenzen, die freiwillige Ingenieure aller Nationen um sich versammeln wĂŒrde, um in Ă€rmeren LĂ€ndern fĂŒr eine flĂ€chendeckende Versorgung mit Wasser, Strom und weiterer Infrastruktur zu sorgen.

Alle paar Monate jedoch wĂŒrde er zurĂŒckkehren, zu jenem Ort, an dem sich ihre Wege immer wieder aufs Neue zu kreuzen pflegten. Nun wĂŒrde er wieder fĂŒr einige Monate abreisen, und den JĂŒngeren trĂ€umend zurĂŒcklassen, selbst ebenso eines Tages die Welt zu verĂ€ndern.

Jeden Morgen, wenn er aufwachte, wĂŒrde er es nun um seinen Hals fĂŒhlen, das Amulett des Älteren, und von einer Zukunft trĂ€umen, in der er selbst einer jener MĂ€nner sein wĂŒrde. Sein Geist begleitete ihn durch den Tag, leitete ihn durch schwierige Entscheidungen, war da fĂŒr ihn wie ein gĂŒtiger Vater. Lange hörte er nichts von dem Anderen, und doch fĂŒhlte er sich nicht allein gelassen, fĂŒhlte sich beschĂŒtzt, begĂŒnstigt, beinahe auserwĂ€hlt. Hatte nicht er jenes Amulett erhalten, war es nicht seine Bestimmung, dem Älteren nachzufolgen, Großes zu leisten?

Und so hatte er dann auch seine Ängste ĂŒberwunden, war in die Ferne gereist, um das Leid mit eigenen Augen zu sehen, von dem der Freund so oft gesprochen hatte. Es war nicht genug, sich ĂŒber etwas zu beschweren. Nein, er wĂŒrde handeln, wĂŒrde helfen, wĂŒrde heilen und gesund machen. Also bereiste er ferne LĂ€nder, gab den Armen und suchte ihre NĂ€he. Suchte, einer von ihnen zu werden, auf dass er sie aufrichten, dass er ihnen Hoffnung schenken konnte.

Das Amulett war immer bei ihm, schenkte ihm Kraft, wo der Wille schwach zu werden drohte. Was war sein Leid gegen das Leiden der mittellosen Massen, was war seine selbstgewÀhlte Marter gegen die Machtlosigkeit der Trostlosen? Er war so schwach, so lÀcherlich schwach angesichts des Leids, das ihm entgegenschwappte! Sein Wille musste eisern sein, durfte die Hoffnung nicht aufgeben, musste den Massen ein Leuchtfeuer der Hoffnung im Dunkel ihrer Armut sein.

Und so lernte er mit der Zeit, das Leiden auszuhalten, ihm zu widerstehen und den Massen zu helfen. Sich und ihnen geistige FreirÀume in ihrer Not zu schaffen, von denen aus sie ihr Schicksal in die Hand nehmen konnten. In einem umgebauten Bus fuhr er in die Favelas, um den Armen TrÀume zu schenken.

Als er Jahre spĂ€ter wieder zu jenem Ort, an dem er einst das Amulett erhalten hatte, zurĂŒckkehrte, wirkte er gezeichnet von seinen Erfahrungen in der Fremde. Doch die Jahre hatten ihm auch tiefe LachgrĂŒbchen geschenkt, und sein Schritt, nun etwas gefestigter, war von kraftvoller Federung.

Kaum jemand erkannte in ihm noch den JĂŒngling von einst mit der unsicheren Stimme und den vertrĂ€umten Augen. Das Lederband, mit dem er das Amulett einst um seinen Hals befestigt hatte, war gerissen, das Amulett verloren, doch der Geist des Älteren noch lebendig wie am ersten Tag.

Und so war es fĂŒr ihn ein Schock, den Anderen so an jenem Ort wiederzutreffen, an dem er vor so vielen Jahren einst das Amulett erhalten, das ihn auf seinen Weg gebracht hatte. Der alte Freund, der ihm den Weg gewiesen, wirkte verstört, sein Blick war gehetzt und der untere Teil seines Gesichtes auf seltsame Art und Weise nach vorne verschoben.

Er hatte genĂŒgend Zeit in den Untiefen der Favelas verbracht, um zu erahnen, was geschehen war. Irgendwann auf seiner Reise musste der Ältere den gefĂ€hrlichen Lockungen erlegen sein, die ihm von Entspannung und Frieden flĂŒsterten. Opium vielleicht. Oder Heroin. Seine Hand umklammerte das kleine Halsband in der Tasche, das er von dem Artensano in Bolivien fĂŒr den Freund erstanden hatte, und das er dem großen Vorbild als Zeichen seiner Dankbarkeit hatte schenken wollen.

Als er es dem Älteren umlegte, klĂ€rten sich die Wolken in dessen Augen fĂŒr kurze Zeit. Ein LĂ€cheln zog sich ĂŒber sein Gesicht, als er die LachgrĂŒbchen des JĂŒngeren ausmachte.
„Danke, dass du mich wieder zu lachen gelehrt hast“, sagte der Ältere.
„Danke, dass du mich einst zu leiden gelehrt hast“, erwiderte der JĂŒngere.

Und zusammen staunten sie ĂŒber die unergrĂŒndlichen KreislĂ€ufe des Lebens, die sie beide, das Leiden und das Lachen, immer wieder zusammenzufĂŒhren pflegte.

Diese und mehr Geschichten findest du in meinem Buch “Barfuß fĂŒhrt dein Weg dich weiter”.

Ich brauche eure Hilfe – und was auch du davon hast

Ab Erscheinungsdatum ist das Buch fĂŒr 5 Tage lang als eBook kostenlos auf Amazon downloadbar. Das sollten möglichst viele Menschen, die sich dafĂŒr interessieren könnten, im Vorfeld mitbekommen. Bitte erzĂ€hl daher Freunden & Bekannten davon, bzw. teile diesen Newsletter mit deinen sozialen Netzwerken. Du kannst dafĂŒr auch diesen Link benutzen, der fĂŒhrt direkt zum Facebook–Beitrag, den du dann mit einem Klick an dein Netzwerk teilen kann:

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Ich werde – weil ich Spam-Mails ebensowenig mag wie andere auch – einen jeden meiner Freunde & Bekannten genau 1x direkt anschreiben. Wer weiter ĂŒber das genaue Erscheinungsdatum informiert werden möchte: bitte entweder selbststĂ€ndig hier vorbeischauen, was es Neues gibt, oder rechts den Newsletter abonnieren. Und auch gerne andere auf diese Möglichkeit aufmerksam machen. Wenn das zumindest jeder Zweite von euch macht, hat das Buch realistische Chancen, das Publikum zu erreichen, das es auch verdient hat.

Ich werde 250-300 Taschenbuch-Exemplare drucken lassen, daher man kann auch Exemplare bei mir direkt erwerben. Vorbestellungen (eine Mail mit Name + Anzahl der gewĂŒnschten Exemplare reicht) werden bevorzugt behandelt und kommen womöglich (je nachdem, wie lange der Druck dauert) sogar schon vor dem offiziellen Release-Termin an. In dem Fall erhalten alle Vorbesteller von mir entsprechend Nachricht.

So, das wars erstmal von mir. Bis bald!
Niklas

Es war noch frĂŒhmorgens, vielleicht kurz vor sieben, als er den Bahnhof betrat. Die Reise ging nach Wien, eine Strecke auf mehrere Stunden, und so hatte er sich entsprechend langwierige LektĂŒre eingepackt. Nach einer kulinarischen StĂ€rkung packte er jene aus und setzte sich gemĂŒtlich im Schneidersitz auf den Bahnsteig, um zu lesen.
Vertieft in das Buch, fĂŒhlte er sich nicht angesprochen, als eine Stimme ihn anrief. Erst als diese drĂ€ngender zu werden schien, sah er auf und fand sich einem der Security-Mitarbeiter des Bahnhofes gegenĂŒber.
„Sie sitzen hier auf dem Boden“, meinte dieser.
Da er nicht wusste, was er sinnvollerweise auf diese Feststellung des Offensichtlichen antworten hÀtten sollen, schwieg er in Erwartung weiterer ErklÀrungen.
„Dort drĂŒben auf den BĂ€nken sind noch SitzplĂ€tze frei“, fuhr der Beamte fort.
Die Richtigkeit der Behauptung anerkennend, wartete er weiter darauf, was nun kommen wĂŒrde.
„Bitte setzen Sie sich auf eine der SitzbĂ€nke!“, meinte der Mitarbeiter nun.
Als er einwenden wollte, dass er schlicht gern auf dem Boden saß, weil er es fĂŒr gemĂŒtlicher hielt, nĂ€herte sich der Security-Mitarbeiter, bis er in FlĂŒster-Reichweite war.
„Manche der GĂ€ste hier fĂŒhlen sich dadurch gestört, wenn Sie hier am Boden sitzen.“
„Warum das denn?“, gab er verwirrt zurĂŒck.
„Nun, man könnte meinen, Sie wĂ€ren.. man könnte Sie fĂŒr einen.. Menschen ohne festen Wohnsitz halten.“
„Weil ich mich nicht auf eine der SitzbĂ€nke setze?“
„Weil Sie sich nicht auf eine der SitzbĂ€nke setzen.“
Noch zu mĂŒde, sich auf eine lĂ€ngere Diskussion einzulassen, stand er eben auf und setzte sich auf eine der metallenen SitzbĂ€nke, die sich auch tatsĂ€chlich als so ungemĂŒtlich herausstellten, wie sie ausgesehen hatten. Erst versuchte er, sich von dem kurzen GeplĂ€nkel nicht irritieren zu lassen und einfach weiterzulesen, aber ein Gedanke ließ ihn nicht mehr los, wurde zu einer Serie, einer Flut von Gedanken.
So weit sind wir also bereits gekommen, dachte er. Ich kann verstehen, wenn sich Menschen von offensichtlich betrunkenen, pöbelnden Menschen gestört fĂŒhlen, die sich entsprechend asozial verhalten, und dass es Aufgabe der Beamten sein kann, andere vor diesen zu schĂŒtzen. Aber auf welche Weise kann ich jemanden stören, wenn ich auf dem Boden sitze und mein Buch lese? Weder sitze ich jemandem im Weg, noch zeige ich sonst eine Verhaltensweise, die andere aktiv stören könnte. Was bedeutet, dass ich gerade durch meine bloße Anwesenheit, durch meine bloße Existenz an diesem Bahnhof, einem öffentlichen Ort, zum Störfaktor geworden bin. Weil jemand aus meinem Verhalten geschlossen hat, dass ich einer bestimmten Gruppe von Menschen angehören könnte.
Er sah von seinem Buch auf, sah sich um an diesem Bahnhof, diesem öffentlichen Ort. Sah sich die Menschen, die sich an diesem öffentlichen Ort bewegen, aufmerksamer an als bisher. TatsĂ€chlich funktionierte die Normierung des erwĂŒnschten Verhaltens hier offenbar ganz vorzĂŒglich. Obdachlose waren hier keine zu finden, und nun fiel ihm erst auf, wie offensichtlich es zu sein schien, dass niemand der hier Anwesenden Obdachlosen oder einer der anderen „unerwĂŒnschten“ Randgruppen zuzuordnen war. Etwas.. fehlte hier, und nach einer Weile fiel es ihm auch wie Schuppen von den Augen, was dieses Etwas war: Graustufen. Es gab hier kaum mehr ZwischenrĂ€ume, kaum mehr Raum fĂŒr legale und damit geduldete Andersartigkeit.
Der Zug traf ein. PĂŒnktlich auf die Minute. FĂŒr einen Moment spielte er mit dem Gedanken, auf dem Bahnsteig zu bleiben, den Zug fahren zu lassen, und auf den nĂ€chsten zu warten. Einfach, um den Sicherheits-Beamten zu verunsichern. Es hĂ€tte bedeutet, seinen Termin in Wien zu verpassen, deswegen entschied er sich schlussendlich doch dagegen. Und doch.. fĂŒhlte er es nun wieder, das Potential der ZwischenrĂ€ume, das sich aus den winzigen Entscheidungen des Alltages speiste, den winzigen FreirĂ€umen, die, wohl genutzt, zu einem Fluss, einer unbĂ€ndigen Flut der Freiheit werden konnte. Genau dort, an den Rinnsalen, den ursprĂŒnglichsten ZuflĂŒssen, war die Gefahr am grĂ¶ĂŸten, die Macht der individuellen Entscheidung zu verlieren – schienen diese Entscheidungen fĂŒr sich doch so klein und irrelevant

So fÀngt es an, aufzuhören, dachte er, im Kleinen. Und so beginnt es von neuem, wenn wir den Mut dazu haben, uns die ZwischenrÀume zu erschaffen, die vorher nicht sichtbar waren. Indem wir den bekannten Raum ausdehnen und den so geschaffenen, noch nicht definierten Raum einnehmen.
Zwischen RĂ€umen verdankt sich unsere Freiheit.
Das erste, was er im Zug tat, war, sich seiner Schuhe zu entledigen. Weil es gemĂŒtlicher war. Aber auch als ganz bewusstes, gewissermaßen politisches Statement.