Der folgende Text stammt von Katja Lenes aus Baden bei Wien, N├ľ. Sie arbeitet an einer Freien Schule, ist ein wunderfeiner Mensch und steckt – wie ihr selbst nachlesen k├Ânnt – auch voller interessanter Wortkonstruktionen ­čÖé
Wer sie direkt kontaktieren mag, kann das unter katjasc@gmx.at tun, sie freut sich sicher ├╝ber freundliche R├╝ckmeldungen..

 

Als mich der Fluss zu sich einlud, da meinte er,

meine Zweifel h├Ątten f├╝r ihn keine Bedeutung!

Sogleich spuckte ich in ihn.

Sollte er froh sein,

fast h├Ątte ich in ihn uriniert.

 

Gro├čz├╝gig gab ich ihm eine zweite Chance.

Er kr├Ąuselte sich vor Lachen und ich

weinte hei├če Tr├Ąnen.

Aber er gefiel mir so gut!

 

Als mich der Fluss zu sich einlud, da meinte er,

meiner Absicht k├Ânne er nicht folgen!

Sogleich schichtete ich Stein auf Stein.

Sollte er doch erfahren, was es hie├č,

nach meiner Absicht zu flie├čen.

 

Er ging seiner Wege

und k├╝mmerte sich nicht.

Ich fand mich wieder voll bitterer Wut.

Aber er gefiel mir so gut!

 

Als mich der Fluss zu sich einlud, da meinte er,

sei nackt und leer,

sonst kannst du mich nicht sp├╝ren!

Sogleich sprang ich jubelnd

aus all meinen Kleidern.

 

Doch als ich merkte,

meine Gedanken und Sorgen hafteten an mir,

zog ich schwer betr├╝bt von dannen.

Aber er gefiel mir so gut!

 

Als mich der Fluss zu sich einlud, da meinte er,

er w├╝rde ├╝bergehen und das sichere Ufer verschlingen!

Sogleich packte mich die Angst und ich floh.

Noch aus der Ferne h├Ârte ich sein Tosen.

 

Wie konnte ich ihn je wiedersehen?

Ich erklomm einen sehr hohen Berg

und ganz oben bliebÔÇŽ.

ICHÔÇŽ.stehen.

 

Er gefiel mir so gut,

also lie├č ich mich fallen!

Als mich der Fluss zu sich einlud,

war ich endlich bereit!

 

Zaghaft streckten sich meine Zehen

nach seinem str├Âmenden Sog..

Meine Fingerspitzen saugten sich

an seiner Oberfl├Ąche fest..

In meinen Kniekehlen sammelte sich

seine gelassene K├╝hle,

w├Ąhrend meine Schenkel

heftige Blitze durchzuckten..

Ich benetzte mein Gesicht

mit dem Nass seines K├Ârpers..

Erstarrte, als sich sein Wasser

in meinen Bauchnabel ergoss..

 

Er gefiel mir so gut, ich war verliebt!

 

Als mich der Fluss zu sich einlud,

tauchte ich vollst├Ąndig ein,

mit Haut und Haar.

 

Meine Zweifel waren mir nicht von Bedeutung.

Meiner Absicht wollte ich folgen.

Und ich war nackt und leer, so wie er.

Ich ging ├╝ber vor tosender Kraft,

lie├č mich gedankenlos treiben

und k├╝mmerte mich nicht.

 

Ich bin der Fluss und lade dich ein.