Kleine Übersicht:

->Formelles, Fakten, Titel
->Die Geschichte hinter den Fakten
->Rückmeldungen der Menschen, mit denen es mir stimmigen Kontakt aufzubauen vergönnt war

Formelles, Fakten, Titel – das angeblich so „Wichtige“ eben

Fragt man nach dem Formellen, den Fakten, so habe ich neben einer HTBLA-Ausbildung zum Informatiker zwei Jahre Soziologie studiert und dann die VS-Lehrer-Ausbildung abgeschlossen (ein Jahr davon in Curitiba, Brasilien). Im Verlauf der Jahre arbeitete ich dann an zwei Freien Schulen (eine davon nahe Kiel, Deutschland) und drei Volksschulen in OÖ, außerdem als Leiter einer Nachmittagsbetreuungseinrichtung, als Nachhilfelehrer, als Mitgründer eines Jugendkreises, als Kinderlager-Betreuer… aber ich gebe selbst nicht sonderlich viel auf diese Fakten – sie können nur den Rahmen aufziehen, für das, was wirklich relevant ist.

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Anlagen, Herausforderungen und Potentiale

Für viel relevanter halte ich, dass ich – warum auch immer – emotional hochsensibel bin, das bedeutet, ich fühle die Emotionen anderer, als wären sie meine eigenen. Als Kind/Jugendlicher ziemlich überfordert damit, bestand meine Überlebens-Strategie darin, zu lernen, mir Soziale Systeme in immer größerer Komplexität vorstellen zu können. So konnte ich die Emotionen, die ich in mir wahrnahm, den richtigen „Quellen“ zuordnen. Leichter wurde es nicht dadurch, dass diese emotionale Hochsensibilität kein „allgemein anerkannter“ Sinn wie beispielsweise das Hören war/ist, oder durch die Kuriosität, dass ich unterdrückte, oft noch unbewusste, Emotionen anderer besonders stark wahrnehme.

Bei allen dadurch erzeugten Schwierigkeiten (unter anderem eines ausgeprägten Helfer-Syndroms, dessen Überwindung Jahrzehnte dauerte – hatte ich doch ein Eigen-Interesse daran, dass es Menschen um mir gut ging, um nicht ständig von negativen Emotionen „bombardiert“ zu werden) wurde mir jedoch auch zunehmend klar, dass dieser so überfordernde „Fluch“ gewissermaßen auch zu einem unglaubliches Geschenk werden konnte. Ich hatte mich oft gewundert, warum andere (u.A. Lehrer-KollegInnen) solche Schwierigkeiten hatten, das, was ich als offensichtlich wahrnahm, zu erkennen. Irgendwann begann mir zu dämmern, dass zwar in vielen (vermutlich allen) Menschen das Potential zu dieser emotionalen Sensibilität angelegt ist, aber die wenigsten gelernt haben, damit umzugehen, oder – noch viel wagemutiger – auch noch darauf zu vertrauen.

Die Suche nach einer geeigneten Form

Mit einigen wenigen löblichen Ausnahmen (u.A. der Freien Schule nahe Kiel) war meine Sensibilität und die daraus entstandene Fähigkeit, mir komplexe Soziale Systeme in ihren Wechselwirkungen visualisieren zu können, in den meisten Arbeitsverhältnissen eher von Nachteil für mich. Es fällt mir schwer, minderwertige Arbeit zu leisten, als ich als Potential erkenne, und genau das wurde oft von mir verlangt. Diesem inneren Kompass, wie ich es nenne, zu vertrauen, braucht auch eine Portion Mut, und obwohl ich mir diesen über die Jahre zunehmend erarbeitet habe, war ich als Arbeitnehmer immer auch auf den Mut meiner jeweiligen Vorgesetzten (und deren Vorgesetzten, usw.) angewiesen – die oft eher daran interessiert schienen, es  nicht schlechter als bisher werden zu lassen, indem im Kern lieber alles so bleiben sollte, wie es bisher gewesen war. Nur kein Risiko, nur keine persönliche Verantwortung übernehmen…

Zunehmend wurde klar (was mir auch wörtlich von einer Bezirksschulinspektorin gesagt wurde), dass meine Ansätze zukunftsweisend waren, aber es schwierig werden würde, innerhalb bestehender Systeme die Pioniere zu finden, die wie ich mutig genug waren, den Status Quo zu hinterfragen und sich auf Alternativen einzulassen. In 20 Jahren, so meinte sie, soll sich Schule genau dorthin entwickeln, was du jetzt bereits umsetzt. Nur bist du leider 20 Jahre zu früh dran. Da musst du Geduld haben. Als mir eine Kollegin an der Schule mit Tränen in den Augen erzählte, vor 20 Jahren sei ihr exakt dasselbe erzählt worden, wurde mir klar, dass Warten keine zukunftsträchtige Option für mich darstellte.

Eigentlich alternativlos: Selbstständigkeit

Der nächste logische (wenn auch angsteinflößende) Schritt war jener in die auch formelle Selbstständigkeit. Die vielen Jahre in Schulsystem und Studium hatten es nicht geschafft, die Selbstverständlichkeit, mit dem ich mir selbst alles aneignete, was ich glaubte, wissen zu müssen, auszuradieren. Warum also weiter mir vormachen, ich sei dafür geschaffen, Arbeitnehmer zu sein? Dafür geeignet, Anweisungen auszuführen, bei denen mir von vornherein klar war, dass sie suboptimal waren?

Vielmehr war ich mit den Jahren ziemlich gut darin geworden, andere so zu führen, dass sie diese Führung als etwas Positives, Wünschenswertes erfuhren. Und sogar mit dem schwierigsten „Untergebenen“, nämlich mir selbst, kam ich mittlerweile ganz gut zurecht.

Im Gespräch mit einem Freund hatte ich ohne viel nachzudenken eine Bemerkung gemacht, die mir im Nachhinein sehr relevant vorkam: „Die wertvollste – weil seltenste – Ressource ist nicht Geld, sondern jemand, der zu Führen versteht“. Tatsächlich hatte ich in den letzten Jahren unzählige „Führungskräfte“ angetroffen, die allerhand wissenschaftlich abgesicherte Techniken verinnerlicht hatten, aber kaum jemals Menschen, die andere so zu führen vermochten, wie ich es unter anderem in einigen Schulen vollbracht hatte, eine Art völlig „natürlicher“ Führung. Und obwohl ich mich durchaus aktiv dagegen wehrte, wurden mir auch privat immer häufiger und mit einer gewissen Selbstverständlichkeit Führungsrollen übertragen.

Das letzte Hindernis: Bin ich dazu berechtigt?

Dies zu akzeptieren war ein längerer Prozess, der dadurch erleichtert wurde, dass ich Anfang 2018 endlich mein jahrzehntelanges Helfer-Syndrom völlig überwunden zu haben schien. Ich drängte mich also definitiv nicht (mehr) auf, sondern Menschen vertrauten mir tatsächlich völlig freiwillig Führungsaufgaben an – ich schien die Eignung dafür irgendwie „auszustrahlen“ (was mir seltsamerweise auch wildfremde Menschen bisweilen erzählten, nachdem sie mich darauf angesprochen hatten). Erst in diesen Monaten wurde mir bewusst, dass ich mich seit über zehn Jahren – ohne es langfristig zu planen, ich wollte jeweils nur die besten Lösungen für die mir Anvertrauten finden – mit Führung beschäftigt hatte: ich hatte Tausende Bücher gelesen (und Tausende Seiten reflektierend geschrieben), meine Wahrnehmung geschärft/geprüft, meinem inneren Kompass vertrauen gelernt, und wusste wohl mehr und praxisnaher über Soziale Systeme Bescheid wie kaum ein anderer. Ich war definitiv noch nicht „ausgelernt“, aber für das, was für mich Führung bedeutete, existierten wohl ohnehin keine Abschlüsse. Vielmehr war es ein Prozess, ein Werden ohne Ende.

Was ich aber mit gutem Gewissen vertreten konnte, war eine relative Meisterschaft gegenüber den meisten anderen, die sich noch nicht so lange und intensiv mit stimmigem Kontakt beschäftigt hatten. Und so würde ich also lehren, Lehrer sein im ursprünglichen  Sinne, vor Schulsystemen und Abschlussprüfungen, eine Art archetypischer Lehrer. Ja, das fühlte sich tatsächlich stimmig an.

Stimmiger Kontakt als würdige Lebensaufgabe

Diese Art zu führen, zu lehren und selbst zu lernen ist keine Technik, die man mal in einem Wochenend-Workshop vermitteln könnte, sondern eher eine Art lebenslange Praxis, für die man sich entscheidet, oder eben nicht. Sie reiht sich ein in jahrtausendealte Traditionen, und findet sich in entsprechend vielen als mehr oder weniger heilig angesehenen Schriften wieder. Eine Maria Montessori hat sich – ohne es so zu nennen – wohl ebenso dem, was ich für mich „stimmigen Kontakt“ getauft habe, verschrieben, wie es ein Einstein, ein Buddha oder ein Jesus taten. Ich glaube nicht, dass manche Menschen einfach zu Höherem berufen waren als andere, wohl aber, dass manche Menschen den Mut hatten, sich auf stimmigen Kontakt und seine Konsequenzen einzulassen, und andere nicht. Nicht zufällig sind einige Vertreter der ersten Gruppe als große Lehrmeister in die Geschichte eingegangen – sie haben sich einem potentiell grenzenlosen Lernprozess verschrieben und hingegeben, der auf Dauer nicht unverändert lassen kann.

Ich bin selbst noch keine 30, und auch wenn einige meiner bisherigen Ergebnisse dieser Praxis durchaus auch interessant und nützlich sind, sind diese für mich weit weniger relevant als die Entdeckung und Entschlüsselung des stimmigen Kontaktes selbst. Diesen lebendigen Prozess zu lehren, ohne ihn dabei versehentlich abzutöten und zur reinen Form verkommen zu lassen, erscheint mir eine würdige Herausforderung zu sein.

Was ich mit meinen Angeboten erreichen möchte, ist, anderen eine Annäherung an dieses Ziel zu ermöglichen, ähnlich wie für mich alle heiligen Texte, Riten etc. aller großen Religionen nur das Außen beschreiben, damit das Innen, worum es wirklich geht, für den Suchenden erahnbar wird. Letzte Erkenntnis entzieht sich der rationalen Erfahrung, und kann daher nur noch indirekt vermittelt werden. Darin liegt die würdige Herausforderung.

Und in all dem Streben und all den Paradoxen seinen Humor nicht zu verlieren. Glücklicherweise lache ich gerne und oft – die Welt macht es einem aber auch nicht sonderlich schwer, mit all ihren Paradoxien 🙂

Niklas, Juni 2018

P.S.: Eine einfache Möglichkeit, mich, mein Tun und Denken vertiefter kennenzulernen, ist das Reinstöbern in meine zwei Blogs – je nach Interessenslage und Vorlieben eher den “fachlicheren”, wo es viel um Lernen, Pädagogik & Führung geht, oder den Barfuß-Geschichten-Blog mit Kurzgeschichten. Einen meiner Vorträge/Workshops zu besuchen. Oder einfach Mut zu beweisen und mich direkt zu kontaktieren. Kontakt aufzunehmen kostet ja nichts, kann also im Grunde nur lohnenswert sein – weiter unten einige Rückmeldungen von denen, die sich “getraut” haben zum Mut machen 🙂

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Einige Rückmeldungen von Menschen, mit denen ich bisher stimmigen Kontakt aufbauen konnte:

“Wir haben Niklas Baumgärtler als Visionär erleben dürfen, der konstant für die Umsetzung seiner bereichernden Ideen gearbeitet hat.”
– Vorstand einer Freien Schule nahe Kiel, Deutschland –

“Besonders augenscheinlich war für mich allerdings der Umstand, dass – zumindest habe ich den Eindruck – das Klassenklima deutlich verbessert wurde. Die Kinder sind wesentlich gelassener, ausgeglichener und weniger angriffig untereinander. Ich glaube, dass du durch deine wertschätzende Art bei den Kindern hier einen großen Teil dazu beigetragen hast. Ich hatte den Eindruck, du beschäftigst dich individuell mit ihnen und gibst ihnen das Gefühl, wertvolle und gute Arbeit zu leisten.”
– Elternvertreter einer Schulklasse, an der ich gearbeitet habe –

“Wir danken Ihnen, Sie haben unserem Sohn sehr gut getan, fürs Selbstvertrauen und auch für seinen Lernerfolg. Noch nie war er in Deutsch so motiviert wie in diesen letzen Wochen seit Schulbeginn. Es war schön zu beobachten, dass sich das Klassenklima gut entwickelte. Noch nie hat mir mein Sohn so viel von einer Lehrkraft erzählt, Sie singen toll und sehr mitreißend, können toll erzählen und Theaterspielen war auch immer ein großes Highlight. Schön ist es, dass sich der eingeprägte Stempel … zu den schlechteren Schülern zu gehören… bei meinem Sohn ein wenig gelöst hat. Es war toll, durch Sie wurden die Karten neu gemischt und es war ein kleiner Neustart. ”
– Mutter einer meiner Schüler –

“Mein Sohn ist jeden Tag mit Vorfreude auf seinen Deutschunterricht in die Schule gegangen und hat von Ihrem Unterricht geschwärmt. Sie haben Ihm Freude am Schreiben lernen können, das ist etwas Besonderes.”
– Mutter einer meiner Schüler –

“Selten lief mir so ein ‘Meister der Worte’ über den Weg, wie du es bist. Neben deiner unglaublich raschen Auffassungsgabe und strukturierten Konzepten (also sehr ‘im Kopf’ daheim), hast du zugleich auch immer den empathischen, liebenden Blick und die Gabe, es einem leicht zu machen, sich mit dir zu verbinden und das angenehme Gefühl von ‘ich werde verstanden’ zu wecken. Dein unermüdliches Streben nach Definitionen – allgemein anwendbarer Gesetze – innerhalb einer Gemeinschaft finde ich einerseits bissl ‘Wahnsinn’, andererseits extrem wertvoll und hilfreich.”
– Lehrerin an einer Freien Schule und jahrelange bunterrichten-Blog-Leserin –

“Du bist anders als die meisten Menschen und regst mich zum Denken an, über Dinge, über die ich vorher nie nachgedacht hätte.”
– ehemaliger Studienkollege –

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