Bunterrichten ist ein dem Unterrichten völlig entgegengesetzter Ansatz des Miteinanders. Anstatt den Anderen mehr oder weniger subtil einer Macht-Beziehung zu unterwerfen (unter-richten), fokussiert bunterrichten darauf, den Handlungs-Spielraum des Anderen zu erweitern (bunter-richten), und zwar in einem gemeinsamen Prozess (bunt-errichten). Oder anders ausgedrückt: so zu führen, dass der andere freiwillig folgen will.

Die Form des Kontaktes, die dem Unterrichten zugrunde liegt, ist ein Versuch der Unterwerfung, der Kontrolle des Anderen. Was jedoch auf den ersten Blick wie eine Übermacht wirken mag, ist oftmals ein Ausdruck gering ausgeprägten Selbst-Vertrauens. Ich muss den anderen (durch mehr oder weniger subtile Gewalt-Mittel) dazu zwingen, meinem Willen zu gehorchen, weil er es nicht freiwillig tun würde. Gewissermaßen bekenne ich dabei gerade durch die Nutzung von Gewalt meine Machtlosigkeit.

Wer Übergriffigkeit im Kontakt mit dem Anderen im Sinne eines Ideals der Gewaltlosigkeit vermeiden will, verfällt jedoch oft in das gegenteilige Extrem: Um ja nicht übergriffig zu wirken, wird jeder (echte) Kontakt vermieden. Es entsteht Kontaktlosigkeit.

Bunterrichten jedoch ist die Kunst, in eine Form des Kontaktes mit einem Gegenüber einzutreten, die sich am besten als „stimmig“, als stets erneut abgestimmt mit dem jeweils anderen beschreiben lässt. Deswegen ist für mich auch der Begriff des „stimmigen Kontaktes“ so zutreffend.

Aber wie können wir wissen, ob wir uns jeweils in diesem „stimmigen Kontakt“ befinden, und nicht entweder in eine Übergriffigkeit oder in Kontaktlosigkeit „abrutschen“?

Dabei hilft uns eine Instanz, die im Laufe der letzten Jahrhunderte immer wieder „endgültig“ totgesagt wurde, aber doch immer wieder in Menschen neu aufbricht und sich ihren Weg an die Oberfläche bahnt. Sie trägt viele Namen, wenn auch ihre Quelle ein und dieselbe ist: „Intuition“, „6. Sinn“, „Innerer Kompass“ oder auch „Innere Stimme“. Wer sich in dem neumodernen Begriff „hochsensibel“ wiederfindet, aber auch diejenigen, die aktuell oder in der Vergangenheit mit psychischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, haben tendenziell von vornherein eine höhere Affinität zu dieser Art von „Spürigkeit“, aber im Grunde steht sie uns allen offen, wenn wir lernen, sie zu nutzen, ähnlich wie man sein Gehör schulen kann.

Leider ist es in unserem Kulturkreis nicht allzu einfach, sich auf den Weg des stimmigen Kontaktes einzulassen, oder geeignete Lehrmeister zu finden, die einem lernen helfen, mit der ihm zugrunde liegenden Gabe umzugehen. Dem stehen vor allem drei große Hindernisse gegenüber, die ich nun im Folgenden ausführen möchte.

Die drei großen Hindernisse auf dem Weg zum bunterrichten

Stimmiger Kontakt ist zutiefst unwissenschaftlich

Der (empirische) Wissenschaft mit ihren spezifischen Methoden der Wahrheitsfindung bleibt dieser Zugang schon deswegen verborgen, weil er den Kriterien der Wissenschaftlichkeit nicht entspricht, die voraussetzen, dass Ergebnisse objektiv und wiederholbar sind. In stimmigem Kontakt erspürte Handlungen sind nur in jenem einzigartigen Moment, ausgeführt durch jene einzigartige Person, die sich in stimmigem Kontakt mit ihrer Umwelt befindet, richtig. Zudem hängen Resultate jener Handlungen mit dem Glauben an die Richtigkeit/Stimmigkeit der Handlungen zusammen (was die Wissenschaft gerne als Placebo-Effekt in Verkennung der Wirkzusammenhänge als „Verunreinigung“ der wissenschaftlichen Auswertung verwirft).

Was im Siegesrausch der wissenschaftlichen Methodik bei aller Berechtigung gerne übersehen wird, ist dass sie dadurch in ihren Grundfesten darauf ausgerichtet ist, den Wissenden zur Manipulation seiner Umwelt zu befähigen, ohne sich auf sein jeweiliges Gegenüber „einstimmen“ zu müssen. Sie ist eine zutiefst mechanische Betrachtungsweise, in der ein handelndes Subjekt einem behandelten Objekt gegenübersteht: und damit auch intrinsisch darauf ausgerichtet, dieses Objekt möglichst erfolgreich in einem definiertem Sinne zu manipulieren.

Was bei der Manipulation/Nutzbarmachung/Aneignung eines unbelebten Werkstoffes zu möglicherweise tatsächlich konstruktiver Produktivitäts-Steigerungen führen kann, führt dort, wo Menschen als Objekte, Projektionsflächen des eigenen Willens behandelt werden, rasch zu einer Art von intuitivem Widerstand gegen diese Objektivierung – und im Laufe der Jahrhunderte zu immer ausgefeilteren Methoden, den Widerstand mit Gewalt zu brechen oder – noch subtiler – unter Ausnutzung psychologischer Erkenntnisse über „den Menschen“ zu umgehen.

Mit den Jahrhunderten entwickelte sich der Ansatz, aus den ursprünglich eher intuitiven, erfahrungsbasierten Führungsgewohnheiten durch wissenschaftliche Erkenntnis eine objektiv (daher von den Geführten unabhängig) “beste” Art der Führung herauszuarbeiten, die auch in alle anderen Lebensbereiche wie Schule, Medizin etc. mehr und mehr einzuziehen begann.

Tatsächlich ließ sich dadurch die durchschnittliche Produktivität menschlicher Arbeitskraft in hohem Maße erhöhen. Nur: etwas Wichtiges ging in all diesen Effizienzsteigerungen durch alle Gesellschaftsbereiche hinweg zunehmend verloren. Und wie der mythologische Phoenix aus der Asche glimmt die Sehnsucht nach diesem verlorenen Etwas zwischen den Zeilen wieder und wieder auf.

In einem solchen Umfeld ist es nicht einfach, das Vertrauen in die eigene innere Bewertungsinstanz wiederzugewinnen. Aber hat diese innere Bewertungsinstanz denn überhaupt immer Recht? Ist es nicht womöglich unverantwortlich, der rascheste Weg ins Irrenhaus, ihr begdingungslos zu vertrauen? Dies führt uns zum zweiten großen Hindernis: den inneren Blockaden.

Die inneren Blockaden

In einer perfekten Welt wären wir alle Tänzern ähnlich, die sich in perfektem stimmigen Kontakt mit ihrer Umwelt befänden. In der Realität fallen wir jedoch oft aus dem stimmigen Kontakt, weil uns dieser an innere oder äußere Blockaden führt, die uns daran hindern, in Kontakt zu bleiben. Dies können unverarbeitete schmerzvolle Erfahrungen sein, oder übermächtige Zukunftsängste, die uns unserer inneren Beweglichkeit berauben.

Unsere Fähigkeit, in stimmigen Kontakt mit unserer Umwelt zu gehen, ist auch räumlich wie zeitlich begrenzt, so dass wir möglicherweise uns im Sinne einer uns nahen Person richtig entscheiden, aber die Bedürfnisse anderer Betroffener überhaupt nicht mitbedenken.

Aber zu Ende gedacht wird es uns ohnehin nicht möglich sein, allen Betroffenen gerecht zu werden. Egal wie wir uns entscheiden: Manche Lebewesen werden als Folge unserer Entscheidungen Glück empfinden, andere Leid. Wir können nur einen Teil der langfristigen Wirkungen unserer Handlungen rationell vorausberechnen, und oft sind diese auch paradox. Aber unsere innere Instanz kann uns bisweilen auf in einem bestimmten Moment stimmige Entscheidungen hinweisen, wenn wir lernen, ihr zu vertrauen.

Im Wissen über unsere Unvollkommenheit können wir dann auch volle Verantwortung für die Folgen der von uns getroffenen Entscheidungen übernehmen. Und so mit der Zeit unsere inneren Blockaden, die meist nur konzentrierter Ausdruck von Unsicherheit sind, durch mutiges Voranschreiten überwinden.

Aber was, wenn unsere innere Instanz uns falsch geraten hat? Was, wenn ein befürchtetes „Zu wenig“ uns den Mut für eine risikoreiche Entscheidung erschwert?

Dies führt uns uns zum letzten Hindernis auf dem Weg zu stimmigem Kontakt.

Die Etablierung der Nachhaltigkeit

Im Tao Te King, einem meiner liebsten philosophischen Texte, findet sich ein kurzer Satz von drei Wörtern wieder, für dessen Verständnis ich 15+ Jahre gebraucht habe: „Begrenzung ermöglicht Großzügigkeit“. Es ist dies der fehlende Schlüssel zur Etablierung eines nachhaltigen lebbaren stimmigen Kontaktes.

Wer mit der Welt in stimmigen Kontakt zu gehen gewillt ist – und vor allem, wenn dieser jemand von Vornherein sehr sensibel gegenüber dieser Welt ist – läuft rasch in Gefahr, von der Bedürftigkeit der Welt „überwältigt“, geradezu „ausgesaugt“ zu werden.

Am häufigsten bzw. deutlichsten findet sich dieses Phänomen in der Liebe wieder, die sehr oft nach einem 0/1-, einem Liebe/nicht Liebe-Schema gelebt wird. Man hält seine Liebe in Zaum, um nicht verletzt zu werden, und leidet darunter. Bis man sich wider besseren Wissens traut, die Schleusen seiner Liebe doch zu öffnen. Nur um dann früher oder später auf Ablehnung zu stoßen („du erdrückst mich mit deiner Liebe!“) oder aber sich vom Anderen ausgenutzt, betrogen zu fühlen. Plötzlich ist kaum mehr der so dringend benötigten Liebe für einen selbst über, man fühlt sich verbraucht, missbraucht, gibt dem anderen die Schuld. Und doch.. handelt es sich gewissermaßen um eine Projektion des Unvermögens, mit den eigenen Ressourcen nachhaltig umzugehen, auf den anderen.

Wir Menschen brauchen für unsere körperliche, psychische, emotionale und spirituelle Gesundheit und unser Wohlbefinden einen ausgewogenen Haushalt an bestimmten Ressourcen, der uns auch nachhaltig zur Verfügung steht. Ist dies nicht der Fall, so leiden wir, oder fürchten uns vor kommendem Leid, was zusätzliche innere Blockaden erzeugt, die das Herstellen von stimmigem Kontakt mit anderen erschwert.

Wir können niemandem anderen nachhaltig helfen, solange wir selbst Mangel empfinden. Einer unserer Aufgaben im Leben ist es daher, gut für einen nachhaltigen Umgang mit den für uns notwendigen Ressourcen zu sorgen. Einerseits können wir den potentiellen Zustrom an Ressourcen erhöhen. Wir können den Verbrauch und den Verlust an Ressourcen vermindern, wo dies möglich ist und stimmig erscheint. Und zusätzlich können wir lernen, unsere „Kontaktstellen“ mit der Umwelt gezielter nutzbar zu machen, indem wir etwa lernen, von einem „Liebe/keine Liebe“ zu einem „Hier hast du etwas Liebe, die ich dir aus freien Stücken schenken kann, weil ich genügend für mich selbst übrig habe“ zu kommen. Aus einer Handelsbeziehung (Meine Liebe gegen deine Liebe) und der Frage nach der fairen Vergütung wird dadurch ein Geben und Nehmen abhängig von den zur Verfügung stehenden Ressourcen und Bedürftigkeiten aller Beteiligten.

Bunterrichten als Grundprinzip in Schule und Wirtschaft

Ich habe als Lehrer an Freien Schulen und Regelschulen sowie in einigen anderen pädagogischen Bereichen erleben dürfen, was der Ansatz des stimmigen Kontaktes in Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an Positivem auslösen kann – aber auch, welche systemische Repressionsmaßnahmen jemanden erwarten können, der es wagt, den Finger so schonungslos auf eine jahrhundertealte Wunde zu legen. Vor allem aber erinnerte es mich unlängst an die Aussage einer befreundeten Psychologin, die mit Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen arbeitet: „Ich sehe in der kurzen Zeit, die ich mit ihnen habe, was möglich wäre, und danach kommen sie zurück in die Familie, und werden weiter misshandelt. Das ist ziemlich frustrierend.“

Schule bereitet in seinen Grundfesten auf ein Wirtschafts-System vor, das historisch nach ähnlichen Prinzipien aufgebaut wurde. An der Schule allein anzusetzen produziert im besten Fall erfolgreiche Selbstständige, im ebenso wahrscheinlichen Fall schwer vermittelbare Arbeitnehmer. Im Grunde ist die Schule als Kraft gesellschaftlicher Veränderungen machtlos, weil ihre Ziele von der Wirtschaft diktiert werden. Ähnlich machtlos sind Politiker, die ohne Unterstützung der Wirtschaft kaum Chancen haben, gewählt zu werden. Und am allermachtlosesten die Non-Profit-Organisationen, deren finanzielle Unterstützung (und damit Überleben) von indirekten Geldgebern abhängt, die sie daher ebenso nicht allzu viel verärgern dürfen.

Ironischerweise ist damit die wohl einzige Kraft, die nachhaltige Veränderung in eine Gesellschaft und auch Wirtschaft hereintragen kann, ein Wirtschafts-Unternehmen, das für seine Produkte oder Dienstleistungen auch direkt bezahlt wird. So absurd es klingt: der erfolgreiche Unternehmer ist in einer Gesellschaft möglicherweise derjenige, der am freiesten ist, seine Version der Wahrheit öffentlich auszusprechen.

In Wirtschafts-Schulen und –Studien wird jedoch (nach Erzählungen von Freunden/Bekannten, die diese absolviert haben) eher dazu geraten, sich einer vorherrschenden Kultur des Unternehmertums anzuschließen, die sich schließlich seit Jahrhunderten bewährt hat und wissenschaftlich abgesichert sei.

Bunterrichten und meine Rolle

Ich bin seit ich mich erinnern kann derjenige, der – wie meine Oma unlängst wieder (und zum ersten Mal auch völlig wertfrei) zu mir meinte – „einfach anders“ ist. Ich habe den irrwitzigen Mut besessen, als Lehrer meiner Intuition zu folgen, wo es doch meine Aufgabe war, austauschbares Rädchen in einer riesigen Maschine zu sein, und an einer anderen (Freien) Schule erleben dürfen, welchen unglaublichen Wert dieses mein „Anders-Sein“ in einer Umgebung haben kann, die dafür geeignet ist.

Richard Branson, mehrfacher Billionär, schreibt in seinem Buch „Business stripped bare“ davon, dass er selbst lange gebraucht hat, um zu verstehen, warum er eigentlich so unterschiedliche Geschäftsfelder wie eine Fluglinie und ein Recording-Studio betreibt, und sich nicht wie jeder normale Mensch auch auf eine Sparte beschränkt. Seine Antwort – nach Jahren des Rätselns – war, dass es ihm nicht um das Was, sondern um das Wie ging. Das Was ist für ihn daher austauschbar. Danke, Richard – durch dieses Buch habe ich endlich verstanden, warum ich im Laufe der letzten Jahre u.A. Programmierer, Soziologe, Lehrer, Leiter, Vortragender und Übersetzer war. Mein Was ist für mich kaum relevant (auch wenn ich dieses Was jeweils gut machen möchte), was für mich zählt ist das Wie (nachhaltig in stimmigen Kontakt kommen) sowie das Warum (den Menschen helfen, ihre durch eine überbordende Mechanik erzeugte Trennung voneinander und von der Welt wieder zu überwinden).

Weil ich, um das, was ich als vorläufige Wahrheit und Erfahrung angesammelt habe, öffentlich zugänglich machen zu können, auch eine Form des regelmäßigen Einkommens benötige, biete ich nun eine Dienstleistung an, die dem Geiste des bunterrichten, den ich als Lehrer für mich herausgearbeitet habe, entspricht: nachhaltiges Online-Marketing und Erstellung entsprechender Online-Auftritte. Nämlich in einer Form, die unter Nutzung aller der technischen Möglichkeiten wie SEO-Optimierung sowie psychologischer Erkenntnisse usw. den Zweck erfüllt, mit den potentiellen Kunden in stimmigen Kontakt zu kommen, mit denen es auch eine Freude ist, zu arbeiten. Manipulationslos, und damit aus einer Position echter Macht.

Die mir anvertrauten Kinder an den Schulen kamen jeden Tag gerne an die Schule, und lernten freiwillig mehr, als ich ihnen aufgetragen hatte – weil ich auf Manipulation verzichtete, und stattdessen in stimmigen Kontakt mit ihnen ging. Dasselbe Prinzip lässt sich auch auf Erwachsene anwenden, und im Grunde ist die Kunden-Akquise nichts Anderes als eine distanziertere Form der Führung von Erwachsenen. Dies kann über Manipulation, technische und  und psychologische Tricks erreicht werden, oder über stimmigen Kontakt. Ich helfe Menschen und Unternehmen, eine Online-Präsenz aufzubauen, die über letzteren funktioniert, und über für alle Beteiligten befriedigendere Kundenbeziehungen nachhaltige Einkommensquellen generiert.

Und ganz nebenbei wird dabei das Internet nicht unnötigerweise mit Fake-Bewertungen, Link-Builder-Blogs etc. zugemüllt. Gewissermaßen ein Beitrag für den „Umweltschutz“ des Internets.